IWF-Chef Strauss-Kahn fordert Krisenplan für Europa - Agentur


   FRANKFURT (Dow Jones)--Der Geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hat die europäischen Staaten dazu aufgefordert, sich mit einem gemeinsamen Plan auf eine Ausweitung der Bankenkrise vorzubereiten. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit Reuters sagte Strauss-Kahn, frühes Handeln sei wichtig, denn wegen der EU-Regeln sei ein Krisenmanagement in Europa schwieriger als in den USA. Die Länder müssten sich organisieren, "das ist dringend nötig", sagte Strauss-Kahn laut Reuters.

   Er kritisierte dabei vor allem das Fehlen einer pan-europäischen Aufsichtsbehörde. Grundsätzlich verwies Strauss-Kahn in dem Interview darauf, dass die europäischen Staaten nicht immun gegen die Finanzmarktkrise in den USA seien.

   Mit Blick auf die Entwicklung in den USA erklärte er zudem, dass er mit einer steilen Erholung der US-Wirtschaft rechne, sollte der US-Kongress endlich das Hilfspaket mit einem Umfang von 700 Mrd USD verabschieden. Am Montag war es in einem ersten Anlauf im US-Kongress durch die Ablehnung des Repräsentantenhauses spektakulär gescheitert.

   Unterdessen sagte der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, am Dienstagabend in Frankfurt, dass sich wichtige Vertreter der europäischen G-7-Mitglieder und EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Samstag in Paris treffen würden, um eine systematischere Herangehensweise an die Krise zu diskutieren. Zugleich sagte er am Mittwoch in einem Radiointerview, dass die Regierungen der EU-Staaten keine große Bank zusammenbrechen lassen würden. Ein Paket wie in den USA sei dafür aber nicht erforderlich.

DJG/ptt/sgs (END) Dow Jones Newswires

   October 01, 2008 05:02 ET (09:02 GMT)

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