Aktien New York Ausblick: Freundlich - Leichte Erholung nach Kurseinbruch


        NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem erdrutschartigen Kurseinbruch am Vortag werden sich die Aktienkurse an der Wall Street am Dienstag voraussichtlich leicht erholen. Tags zuvor war der Dow Jones-Index mit dem ersten Schreck über die Ablehnung des 700 Milliarden Dollar Hilfspakets für die Finanzbranche senkrecht abgestürzt und hatte in Punkten gerechnet den höchsten Tagesverlust seiner Geschichte erlebt. Während die europäischen Börsen am Dienstag erstaunlich gelassen auf das Scheitern des US-Rettungspakets für die Finanzbranche reagierten, deuteten auch vorbörsliche Indikatoren auf einen positiven Start der amerikanischen Leitindizes hin.

    Der Future auf den Dow Jones Industrial  stieg gegen 15.05 Uhr um 1,16 Prozent auf 10.593 Punkte. Am Montag war der Leitindex um 6,98 Prozent auf 10.365,45 Zähler eingebrochen. Der Future auf den NASDAQ-100-Index stieg um 1,17Prozent auf 1.529,75 Punkte. Am Vortag war der Nasdaq 100  um 10,52 Prozent auf 1.496,15 Punkte abgesackt.

    Mitten in der Krise glimmt offenbar Hoffnung auf. Rasch soll nun ein verbesserter Plan die dringend nötige Hilfe für die in Not geratenen Banken bringen. Angeblich wird im Weißen Haus bereits an einem weiteren Gesetzentwurf gearbeitet. Präsident George W. Bush kündigte weitere Initiativen an, führende Republikaner und Demokraten im Kongress signalisierten ihre Bereitschaft zu weiteren Verhandlungen.

    "Der erste Entwurf wurde zwar abgelehnt, aber es wird eine Neuauflage geben. Davon ist jeder überzeugt", sagte Aktienhändler Sebstian Niedermayer von der UniCredit. Auch Ökonom Thomas Amend von HSBC Trinkaus ist sicher, dass das Rettungspaket im Laufe der Woche aufgeschnürt und ergänzt wird. "Dann wird man sehen, welche Neuerungen hinzukommen und ob sich dann ein Kompromiss finden lässt." Wie der TV-Sender CNN berichtete, könnte der Senat möglicherweise in einem nächsten Schritt bereits in wenigen Tagen zu einer Abstimmung zusammenkommen. "Bis dahin bleiben die Märkte jedoch der Spielball zwischen Hoffnung und Enttäuschung", sagte ein anderer Aktienhändler. "Die Entwicklung für die kommenden Tage ist schwer einzuschätzen. Die Hoffnung auf eine schnelle und gute Lösung überwiegt derzeit - aber die Nervosität bleibt hoch."

    Den Finanzwerte ist die Aufmerksamkeit der Börsianer also weiterhin gewiss. Am Rande des turbulenten Geschehens in der Branche senkte Analystin Lauren Smith von Keefe, Bruyette & Woods ihre Gewinnschätzungen für das vierte Quartal für Morgan Stanley   von einem Dollar auf 87 Cent.

    Der US-Pharmakonzern Pfizer   dürften abseits der Finanzbranche in den Fokus treten. Der Konzern will sich laut einem Zeitungsbericht aus der Entwicklung von Herzmedikamenten zurückziehen. Dies soll als Teil seiner neuen Forschungsstrategie im Laufe des Tages bekanntgeben werden, berichtete das "Wall Street Journal" in seiner Online-Ausgabe.

    Auch Microsoft   dürften einen Blick wert sein. Konzernchef Steve Ballmer will die Position des Software-Giganten im Markt für Internet-Suchmaschinen verbessern. Bei der Vorstellung des neuen weltweiten Entwicklungszentrums für diesen Bereich in Oslo sagte Ballmer, er sei "frustriert über die schwache Position" von Microsoft im Konkurrenzkampf mit der populären Suchmaschine Google   bei Unternehmenskunden.

    Die Analysten von Piper Jaffray stuften die Aktien von Intel von "Neutral" auf "Buy" und behielt das Kursziel von 22 Dollar bei. Der Wert sei ein "solides Investment in einer unsicheren Welt", schrieb Analystin Auguste P. Richard./sf/la

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