Telekom will mit Netzumbau alle Verbindungsschaltungen an sich ziehen


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        DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die Deutsche Telekom  will mit einem gewaltigen Umbau ihres Leitungsnetzes die Schaltung aller Verbindungen zwischen ihren Kunden und denen der Konkurrenz an sich ziehen. "Das ist ein Modell, wie wir uns das künftig vorstellen könnten", sagte ein Konzernsprecher am Sonntag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX und bestätigte damit im Grundsatz einen Bericht der "Wirtschaftswoche". Dieser gehe in die richtige Richtung. Ein entsprechendes Diskussionspapier habe die Telekom ihren Mitbewerbern vorgelegt, sagte der Sprecher. Allerdings sei offen, ob die Pläne so umgesetzt würden.

    Der "WirtschaftsWoche" zufolge will Konzernchef René Obermann bis zum Jahr 2014 weite Teile Deutschlands mit Glasfasernetzen modernisieren. Dabei sollten die traditionelle Telefonvermittlung durch nahezu vollautomatische Internet-Techniken ersetzt und rund 7000 der insgesamt 7900 Schaltstellen im gesamten Bundesgebiet geschlossen werden. Demnach wolle die Telekom bis 2014 ihre Netzstruktur drastisch straffen und dadurch Personal- und Übertragungskosten in Milliardenhöhe einsparen. Gleichzeitig würde sie damit jenen Konkurrenten, die in eigene Infrastruktur investieren, die Wettbewerbsgrundlage entziehen, schreibt die Zeitschrift.

    Unternehmen wie die Vodafone Group-Tochter   Arcor, Telefonica   und QSC  besitzen zwar eigene Leitungen. Für den Zugang zu den Hausanschlüssen - die sogenannte letzte Meile - nutzen sie aber rund 4000 Schaltstellen der Telekom und erreichen so mittlerweile 70 Prozent der deutschen Haushalte. Damit könnte der Zeitschrift zufolge Schluss sein, wenn die Telekom ihre Pläne verwirkliche und Schaltstellen schließe. Sobald nur noch sieben Millionen Haushalte die traditionellen Analog- oder ISDN-Anschlüsse nutzen, will die Telekom laut des Berichts das alte Netz komplett abschalten und die Kunden "zwangsmigrieren". Derzeit nutzen laut "WirtschaftsWoche" noch 29 Millionen Haushalte das alte Netz.

    "Die Telekom zieht alle Vorteile aus dem Netzumbau", zitiert die Zeitschrift Netcologne-Chef Werner Hanf. "Und den Konkurrenten werden alle Nachteile aufgebürdet." Ihnen drohten Wertberichtigungen von rund einer Milliarde Euro drohen, weil sich viele ihrer Infrastruktur-Investitionen bis zur Schließung der Schaltstellen nicht amortisierten. Dagegen könne die Telekom auf Sondererlöse von bis zu 3,5 Milliarden Euro hoffen, wenn sie die freiwerdenden Immobilien-Standorte verkaufe. Die Organisationen der Konkurrenten, der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten und der Bundesverband Breitbandkommunikation, fordern laut "WirtschaftsWoche" deshalb Übergangsfristen von mindestens sieben Jahren oder Ausgleichszahlungen./stw

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