Deutsche Telekom-Aktie höher: Konzern hebt Prognose für 2026 leicht an

Die Deutsche Telekom hat ihren Wachstumskurs im ersten Quartal 2026 fortgesetzt und ihre Jahresprognose leicht angehoben.
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Der DAX-Konzern plant für 2026 nun mit einem bereinigten EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro und mehr als 19,8 Milliarden Euro Free Cashflow AL. Zuvor hatte die Deutsche Telekom für dieses Jahr ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,4 (2025: 44,7) Milliarden Euro und einen Free Cashflow AL von rund 19,8 (19,3) Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Prognose, die eine Weitergabe der entsprechenden Erhöhung bei der Tochter T-Mobile US darstellt, basiert auf konstanten Wechselkursen. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie plant die Telekom weiterhin mit rund 2,20 (2,00) Euro.
Für das Auftaktquartal wies der Bonner DAX-Konzern ein marginales Umsatzwachstum von 0,4 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro aus. Analysten hatten der Telekom im Mittel 29,7 Milliarden Euro Umsatz zugetraut. Organisch, also ohne den Einfluss von Wechselkursveränderungen und des Konsolidierungskreises, wuchs der Konzernumsatz um 4,7 Prozent. Die Service-Umsätze stiegen organisch um 4,6 Prozent auf 25,0 Milliarden Euro.
Das bereinigte EBITDA AL legte um 2,0 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro zu. Analysten hatten im Mittel 11,345 Milliarden Euro veranschlagt. Organisch wuchs das bereinigte EBITDA AL um 7,5 Prozent. Dass die berichteten Wachstumsraten geringer ausfallen als die organischen, ist vor allem dem im Jahresvergleich schwächeren US-Dollar geschuldet. Beim Free Cashflow AL stand ein Plus von 0,7 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zu Buche. Hier wurden im Konsens 4,717 Milliarden Euro geschätzt.
Auf ihrem Heimatmarkt ist die Telekom im ersten Quartal weiter gewachsen: Der Umsatz legte um 1,9 (organisch 2,1) Prozent auf 6,3 Milliarden Euro zu. Der Analystenkonsens hatte auf ein einprozentiges Wachstum gelautet.
Telekom-CEO sieht hohes Wachstumspotenzial im Rüstungsbereich
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom Tim Höttges hat weitere Kooperationen im Rüstungsbereich in Aussicht gestellt. Rüstung sei ein neues Geschäftsfeld, das die Telekom erschließen wolle, und er sehe darin hohes Wachstumspotenzial, sagte der Konzernchef des Bonner DAX-Konzerns während der Pressekonferenz zu den Erstquartalszahlen. Er verwies darauf, dass die Telekom im vergangenen Jahr entschieden habe, konsequent in Rüstung und Verteidigung zu investieren.
Anfang der Woche hatte die Telekom angekündigt, gemeinsam mit Rheinmetall einen Abwehrschirm gegen Drohnen und Sabotage entwickeln und angesichts zunehmender Bedrohungen durch Sabotage oder Drohnenflüge Städte und kritische Infrastrukturen in Deutschland schützen zu wollen. Rheinmetall-CEO Armin Papperger bezeichnete die Bedrohung durch Drohnen bei der Ankündigung als "hochgradig digital". Deshalb brauche ihre Abwehr die Verbindung aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen. Rheinmetall und die Deutsche Telekom würden genau diese Fähigkeiten bündeln.
Details der Zusammenarbeit sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.
Verdi weist Angebot der Telekom als "völlig unzureichend" zurück
Die Gewerkschaft Verdi hat das Angebot, das die Deutschen Telekom in der dritten Tarifverhandlungsrunde vorgelegt hat, als "völlig unzureichend" zurückgewiesen. "Die Warnstreiks in den vergangenen Tagen und Wochen haben Bewegung in die Verhandlungen gebracht. Wir begrüßen die Bereitschaft der Arbeitgeber, über Magenta Zukunft und die Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Kündigungen zu sprechen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Frank Sauerland. "Doch das, was die Arbeitgeber für das Entgelt skizzieren, reicht noch nicht einmal annähernd, den Reallohn zu sichern. Sie haben nur eine allererste Lohnerhöhung konkretisiert; es bleibt jedoch völlig unklar, wie weitere in Aussicht gestellte Erhöhungsschritte aussehen könnten."
Die vierte Tarifverhandlungsrunde für die rund 60.000 Tarifbeschäftigten bei der Telekom ist für den 26./27. Mai 2026 angesetzt.
Telekom-Glasfaser - Nur jeder sechste Haushalt greift zu
Beim milliardenschweren Glasfaser-Ausbau gewinnt die Deutsche Telekom in der Kundengunst etwas an Boden, es bleibt für den Konzern aber ein mühsames Unterfangen. Wie der Konzern in Bonn mitteilte, hatte er Ende März in Deutschland rund 2,2 Millionen Kunden mit einem aktiven Glasfaser-Anschluss, "Fiber to the Home" (FTTH) genannt. Im ersten Quartal waren rund 0,2 Millionen hinzugekommen. Glasfaser ist für Internet-Übertragungen die beste Technologie, da sie sehr hohe Bandbreiten bietet und nicht so schwankungsanfällig ist wie Internet über Fernsehkabel
Die Glasfaser-Kabel der Telekom liegen bei gut 13 Millionen Haushalten - entweder in der Straße vor der Haustür oder bis ins Haus hinein. Die Aufnahmerate - also das Verhältnis der Haushalte mit verfügbarer Glasfaser und Haushalten, die diese Übertragungstechnologie auch nutzen und dafür Geld zahlen - lag bei 17,1 Prozent und damit 1,6 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Der Wert zeigt, dass es Luft nach oben gibt: Fünf von sechs Haushalten haben keinen Vertrag unterschrieben, obwohl bei ihnen Telekom-Glasfaser in Reichweite ist.
Telekom liegt deutlich vor ihren Konkurrenten
Die Wettbewerber investieren ebenfalls Milliarden, sind aber längst nicht so weit wie der Bonner Konzern. So kommt Vodafone (Vodafone Group) mit seiner Glasfaser-Tochter OXG auf 0,6 Millionen Fiber-Haushalte in Deutschland. Wie viele davon einen Vertrag haben, veröffentlicht Vodafone nicht. Konkurrent Deutsche Glasfaser kommt auf 2,8 Millionen Haushalte, von denen Firmenangaben zufolge knapp 30 Prozent FTTH auch nutzen und einen Vertrag haben.
Die Aufnahmeraten der Deutschen Glasfaser und der Telekom sind nur bedingt miteinander vergleichbar, da die Deutsche Glasfaser vor allem auf dem Land ausbaut und dort das Interesse an schnellem und stabilem Internet höher ist als in Großstädten, wo es mit Fernsehkabel-Internet eine vergleichbar schnelle Alternative gibt. Außerdem gibt es in Mehrfamilienhäusern in Städten bisweilen Probleme mit den Vermietern, die sich gegen die Verlegung von Glasfaser-Kabeln vom Keller hoch bis in die Wohnungen sperren.
Verkauf von Glasfaser-Internetverträgen soll anziehen
Telekom-Finanzchef Christian Illek zeigte sich zuversichtlich, dass der Kundenzuwachs bei Glasfaser-Internet an Tempo gewinnt. Dieses Jahr sollen 0,75 Millionen FTTH-Neukunden hinzukommen und 2027 eine Million. Man sei mit der bisher erreichten Glasfaser-Auslastung nicht zufrieden, sagte Konzernchef Tim Höttges. Dies liege auch daran, dass die Telekom nicht in alle Mehrfamilienhäuser hineinkomme, etwa weil ein Vermieter eine Partnerschaft mit einem Anbieter von Internet über Fernsehkabel habe.
Die Telekom baut inzwischen auch auf dem Land oder am Stadtrand aus, wo es vor allem Einfamilienhäuser gibt. Dort sei die Bereitschaft höher, auch einen Glasfaser-Vertrag zu unterschreiben. "Dieser Ausbau in den ländlichen Gebieten ist sehr, sehr teuer, aber dafür ist die Akzeptanz in diesen Gebieten viel höher", so Höttges. Hauseigentümer versprächen sich von einem Glasfaser-Anschluss auch eine Wertsteigerung ihrer Immobilie.
Solide Quartalszahlen
Die Deutsche Telekom legte Geschäftszahlen für das erste Quartal vor, in dem der Umsatz um 0,4 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro stieg. Wäre der US-Dollar nicht so schwach gewesen, wäre das Plus höher ausgefallen. Der Konzerngewinn lag bei 2 Milliarden Euro. Wegen Restrukturierungsaufwendungen in den USA und anderen negativen Effekten war das gut ein Viertel niedriger als ein Jahr zuvor. Die Geschäftszahlen kamen an der Börse gut an, bis zum Mittag stieg der Kurs eines Anteilsscheins des Konzerns um zwei Prozent.
US-Tech-Riesen zur Kasse bitten? Telekom gibt Forderung auf
Im Ringen um eine finanzielle Beteiligung von US-Technologieriesen wie Google und Netflix an Netzkosten vollzieht die Deutsche Telekom einen Kurswechsel. "Ich möchte mit den großen Konzernen natürlich meinen Frieden haben", sagte Telekom-Chef Tim Höttges in Bonn. Die EU erkenne zwar den Handlungsbedarf an, es gebe aber keine konkrete Regulierung und damit auch keine wirkliche Hilfestellung. "Bevor ich mich politisch verkämpfe, werde ich dann Partnerschaften suchen mit den großen Partnern."
Höttges und andere Chefs großer europäischer Telekommunikationskonzerne hatten in den vergangenen Jahren immer wieder darauf gedrängt, die US-Technologieriesen an Kosten zu beteiligen, schließlich nutzten deren Datendienste die europäischen Netze und zahlten dafür keinen Cent. Sie wollten einen "Fair Share", also eine faire Beteiligung an den Kosten. Die US-Firmen wiederum argumentierten, dass die Nachfrage nach gutem Internet erst wegen ihrer Dienste so hoch sei und davon auch die Netzbetreiber profitierten.
In der deutschen und europäischen Politik stießen die Netzbetreiber mit ihrer Haltung zwar auf Verständnis, EU und Bundesregierung wollten deswegen aber keinen Konfrontationskurs mit den USA. Diese Tatsache bringt Telekom-Chef Höttges nun zähneknirschend zu der Erkenntnis, dass seine "Fair Share"-Forderung keinen Erfolg haben wird.
"Die Deutsche Telekom hat eigentlich diese Fair-Share-Debatte aufgegeben", sagte der Manager. "Wir schaffen hier keinen Fortschritt und wir kriegen auch keine politische Unterstützung für das Thema. Deswegen suche ich momentan die Nähe zu den großen Internetkonzernen in Amerika, dass wir hier zu einem partnerschaftlichen Austausch der Datenverkehre kommen." Man müsse dann sehen, wie man die entstehenden Kosten anderweitig kompensieren könne.
In einem langwierigen Rechtsstreit hatte die Deutsche Telekom im Februar vor Gericht durchgesetzt, dass der Facebook-Mutterkonzern Meta ihr rund 30 Millionen Euro für den Datentransport in einem bestimmten Zeitraum zahlen muss. Man habe den Prozess zwar gewonnen und erwarte jetzt die Zahlung, sagte Höttges. Er fügte hinzu, dass er nun aber seinen Frieden haben möchte.
Im XETRA-Handel zeigte sich die Aktie der Deutschen Telekom mit einem Gewinn von 1,23 Prozent bei 27,96Euro.
DOW JONES/dpa-AFX
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