Übernahmefantasien

Hier stimmt was nicht! Hoffen auf ein großes Wunder

19.08.14 03:00 Uhr

Hier stimmt was nicht! Hoffen auf ein großes Wunder | finanzen.net

Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre ... Wenn beispielsweise die Aktien von SGL Carbon breit gestreut wären, würden Analysten sehr viel niedrigere Kursziele nennen. Verwirrt?

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Aktien

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von Jörg Lang, Euro am Sonntag

Größter Aktionär mit einem Anteil von über 27 Prozent ist Skion, die Investmentgesellschaft von Susanne Klatten. 15,6 Prozent hält BMW. Auch an dem Autohersteller ist Klatten maßgeblich beteiligt. Knapp zehn Prozent der SGL-Carbon-Aktien sind VW und reichlich neun dem Industrieunternehmen Voith zuzurechnen. BMW betreibt mit SGL eine Produktion zur Herstellung von Karosseriebauteilen. Diese Gemengelage fördert Übernahmefantasien, die den Kurs stützen.

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Zudem wird erwartet, dass die Großaktionäre das Unternehmen weiter stützen. Doch wie tief könnten die Kursziele der Analysten ohne das "wenn" sein? SGL Carbon wird an der Börse im Moment mit 1,7 Milliarden Euro bewertet. Das ausgewiesene Eigenkapital beträgt 538 Millionen Euro - rund 7,60 Euro pro Aktie. Zum Aktienkurs klafft also eine gewaltige Lücke von 17 Euro je Aktie. Die wäre gerechtfertigt, wenn SGL eine überdurchschnittliche Kapitalverzinsung erwirtschaften würde.

Davon ist nichts zu erkennen, wie Geschäftsbericht 2013 und aktueller Halbjahresbericht bestätigen. Rote Zahlen, wohin man blickt. Selbst der ehemals stabile Ertragsbringer, das Kathodengeschäft, verdient seine Kapitalkosten nicht. Ebenso die Carbonwerkstoffe. Lediglich der Bereich Grafitprodukte zeigte ordentliche Ergebnisse. Doch die lassen sich auf Jahresfrist nicht fortschreiben: Ein Großauftrag läuft aus.

Es gibt also wenig, um einen Aufschlag zu rechtfertigen. Und der Buchwert kann weiter fallen, wenn SGL auch im zweiten Halbjahr rote Zahlen schreibt. Zudem führt das Unternehmen einige Bereiche als nicht fortgeführte Aktivitäten. Sie stehen zum Verkauf und werden gesondert bilanziert. Der Nettobuchwert dieser Verlustbringer beträgt mehr als 100 Millionen Euro. Das heißt: Erhält SGL Carbon weniger, sind weitere Abschreibungen fällig. Und da sind noch Schulden. Diese sind im ersten Halbjahr um mehr als 100 Millionen Euro auf 595 Millionen Euro gestiegen. Schon ein Laie sieht, dass die Finanzkennzahlen komplett aus dem Ruder gelaufen sind.

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Aus eigener Kraft wird sich SGL nicht befreien können. Welche Strategie verfolgen die Großaktionäre, vor allem Skion und BMW? Sie haben drei Möglichkeiten. Erstens: Sie kaufen die Carbon-Aktivitäten, an denen sie eigentlich interessiert sind. Der Preis dafür dürfte nicht ausreichen, um die Schulden zu begleichen. Möglichkeit zwei ist eine Kapitalerhöhung. Die müsste mit einem deutlichen Abschlag erfolgen, damit andere Investoren mitziehen. Möglichkeit drei ist eine Refinanzierung über Anleihen, die die Großaktionäre zeichnen. Das senkt aber die Schulden nicht, und im Ernstfall könnten die Gläubiger einen Kapitalschnitt verlangen. Irgendwie wird deutlich: "Wenn" nicht ein Wunder geschieht, geht das für die freien Aktionäre nicht gut aus.

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Bildquellen: 2010 © SGL Group

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