Thüringische Landeszeitung: NSU-Vertuscher - Was treibt die Schlapphüte? / Leitartikel von Fabian Klaus zu den neuesten Pannen bei der Aufklärung der NSU-Terrorserie

13.05.16 09:02 Uhr

Weimar (ots) - Wieder schreiben die Schlapphüte ein neues Kapitel ihrer immer unrühmlicheren Rolle bei der Aufklärung der NSU-Verbrechen.

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Wie soll ich sonst nennen, was jetzt im Untersuchungsausschuss des Bundes offenkundig wurde? Da liegt ein Handy des mittlerweile toten Spitzels "Corelli" jahrelang im Tresor und als es gefunden wird, braucht man erneut Monate, um es eben jenem V-Mann zuzuordnen. Welche Überraschungen kommen denn bei der Aufklärung noch?

Langsam erweckt die Arbeitsverweigerung der Verfassungsschützer den Eindruck, sie habe Methode. Wie anders erklären sich derlei Versäumnisse? Dass das Bundesamt nun verlautbaren lässt, das in Rede stehende Handy sei lediglich privat und lange nach dem Auffliegen des mutmaßlichen Terrortrios genutzt worden, kommt dem Versuch einer Verharmlosung gleich. Man redet die neuerliche Panne herunter.

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Die Rolle der Politik im NSU-Komplex gilt es darüber hinaus weiter zu hinterfragen. Mit der nun avisierten Vernehmung der V-Mann-Führer des Spitzels Marschner aus Sachsen könnte neue Bewegung in die Sache kommen. Die soll schon im Sommer und nicht erst im Herbst stattfinden. Bei Marschner muss genau geschaut werden, wie er dem NSU-Trio zu Diensten war. Wurde das endlich verstanden?

Wer bei der Aufklärung der NSU-Morde mitwirkt, der ist es den Opfern schuldig, dass "größtmögliche Transparenz", wie Merkel es anwies, nicht zur Worthülse verkommt. Das Handeln der Verfassungsschützer ist zweifelhaft. Sie wirken wie die NSU-Vertuscher, obwohl sie Aufklärer sein sollten. Was treibt die Schlapphüte?

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