Salzgitter-Chef fürchtet neue Konkurrenz durch die Ukraine-Krise
Die Krise in der Ukraine könnte nach Ansicht von Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann die Not der europäischen Stahlhersteller noch verschärfen.
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Die Ukraine produziere jährlich rund 33 Millionen Tonnen Stahl, den sie bislang zu einem Großteil nach Russland exportiere, sagte Fuhrmann zu Beginn der Salzgitter-Hauptversammlung am Donnerstag. Die Zukunft dieser Exporte aber sei derzeit "zumindest zweifelhaft". Nach Darstellung des Salzgitter-Chefs könnten Unternehmen aus der EU deshalb auf dem ohnehin umkämpften Stahlmarkt auch mit Wettbewerbern aus der Ukraine in Konkurrenz geraten.
Angesichts der Größe der ukrainischen Stahlproduktion wären die möglichen Auswirkungen erheblich: Die Ukraine gehöre zu den zehn größten Stahlproduzenten der Welt, sagte Fuhrmann den Salzgitter-Aktionären. Die Unternehmen des Landes hätten im vergangenen Jahr Stahl in einem Umfang hergestellt, der rund drei Viertel der deutschen Stahlproduktion entspreche. Dabei verbrauchten Abnehmer in der Ukraine mit jährlich rund 6 Millionen Tonnen nur einen kleinen Teil der Menge.
Auch die EU-Hilfe für die Ukraine könnte nach Darstellung von Fuhrmann dazu führen, dass die überschüssige Produktion künftig nach Westeuropa statt nach Russland geht: Die EU hat einen Großteil der Zölle auf ukrainische Produkte einseitig abgeschafft. "Das gilt auch für Stahlerzeugnisse", sagte Fuhrmann.
Dabei ist die Lage der europäischen Stahlindustrie ohnehin weiter dramatisch. Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter etwa steht nach den Worten seines Chefs "im harten Wettbewerb mit Stahlherstellern aus selbst entfernteren europäischen Ländern". Viele der Konkurrenten kämpften angesichts enormer Absatzeinbrüche in ihren Heimatländern um das Überleben. Einige Wettbewerber seien deshalb bereit, "zu ruinösen Preisen nach Deutschland oder sogar bis nach Skandinavien zu liefern".
Salzgitter hat deshalb seit Jahren nichts mehr am Stahl verdient. Unter dem Strich verbuchte der Konzern im vergangenen Jahr einen Verlust von 490 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag 100 Millionen Euro betragen. Salzgitter will seinen Aktionären, zu denen mit einem Anteil von 26,5 Prozent das Land Niedersachsen gehört, dennoch eine Dividende von 20 Cent je Aktie zahlen. Immerhin sehe der Konzern "zuversichtlich in die Zukunft", begründete Fuhrmann den Ausschüttungsvorschlag.
Tatsächlich scheint bei Salzgitter ein Sparprogramm Wirkung zu zeigen. Der "Salzgitter 2015" genannte Restrukturierungsplan soll die jährlichen Kosten des Unternehmens unter anderem durch den Abbau von mindestens 1.500 Vollzeitstellen um mehr als 200 Millionen Euro senken. Erste Erfolge des Programms zeigten sich nach Salzgitter-Angaben im ersten Quartal dieses Jahres etwa bei der Tochter Peiner Träger und in der Präzisrohr-Gruppe des Konzerns. Beide Sparten erzielten wieder ausgeglichene Ergebnisse. Nach Steuern schrieb Salzgitter zwischen Januar und März noch einen Verlust von 13,3 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Fehlbetrag 17,1 Millionen Euro betragen.
In den nächsten Quartalen dürfte Salzgitter zudem von einer deutlich verbesserten Auslastung bei seiner 50-Prozent-Beteiligung Europipe profitieren. Das Unternehmen produziert seit Anfang April Röhren für das Pipeline-Projekt South Stream. Doch auch im Pipeline-Geschäft ist die Ukraine-Krise ein Thema: South Stream ist in den vergangenen Monaten zunehmend in die Kritik geraten. Einige europäische Politiker befürchten, die Gasleitung könne die Abhängigkeit Europas von Gaslieferungen aus Russland noch vergrößern.
Kontakt zum Autor: hendrik.varnholt@wsj.com DJG/hev/jhe Dow Jones Newswires Von Hendrik Varnholt
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