Nebenwerte: Die Highlights der Small & Midcap Conference
58 Firmen präsentierten sich in Frankfurt auf der Small & Midcap Conference von Close Brothers Seydler. Lesen Sie hier über die Highlights der Veranstaltung.
Werte in diesem Artikel
von der Investorenkonferenz an der Frankfurter Börse berichten Jens Castner und Peer Leugermann
Die Small & Midcap Conference der Investmentbank Close Brothers Seydler entwickelt sich langsam, aber sicher zu einer der wichtigsten Investorenveranstaltungen im deutschsprachigen Raum. Unter den 58 Firmen, die sich in den Räumlichkeiten der Frankfurter Börse den Fragen der Investmentprofis stellten, waren klangvolle Namen zu finden, allen voran der im MDAX gelistete internationale Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und die Baumarktkette Hornbach. Für die Überraschungsmomente sorgten aber zumeist kleinere Unternehmen, die weniger im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen und deshalb von Anlegern und Analysten bisweilen vernachlässigt werden.
Augusta Technologie
Mit positiven Meldungen machten einige der anwesenden Unternehmen auf sich aufmerksam. Augusta Technologie berichtete von einer guten Auftragsentwicklung im abgelaufenen Quartal sowie im vergangenen Monat. Vorstandschef Amnon Harman nahm das zum Anlass, die Umsatzprognose des auf Sensorik und Automatisierungstechniken spezialisierten Unternehmens zu bestätigen. Den anvisierten Umsatz zwischen 102 und 110 Millionen Euro und den Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von zehn bis 13 Millionen Euro werde die Firma „auf alle Fälle treffen“, so Harman. Um im angebrochenen Jahr wieder zu wachsen, kündigte der Manager deutlich an, dass durch Übernahmen in neue Geschäftsfelder vorgestoßen werden soll. Diese sollen vor allem den Unternehmensfeldern Sensorik und Industrielle Bildverarbeitung neue Kundenkreise erschließen. Hier sei das Unternehmen von jeher am stärksten aufgestellt gewesen, erklärte Harman. Einkaufen will sich das Unternehmen dabei in den Bereich Verkehrsüberwachung und Sicherheitstechnik. Augustas Krigekasse ist mit Barmitteln von zuletzt 16,9 Millionen Euro gefüllt Die Eigenkapitalquote beträgt 66,8 Prozent. Die angekündigte Aquisitionsstrategie könnte sich allerdings nachteilig auf die Dividendenzahlung auswirken, denn es werden nur dann 30 Prozent des Nettoergebnisses ausgeschüttet, wenn es nicht zu einem erhöhten Kapitalbedarf durch Übernahmen kommt.
Centrosolar
Die ersten Aussagen gingen weniger an die anwesenden Investoren als vielmehr an die Politiker. „Ich habe das Gefühl das in Berlin versucht wird, durch die Förderungskürzung bewusst den deutschen Solarmarkt zu killen.“ sagte Centrosolar Vize Entwicklungschef Thomas Kneip bevor er zu den Unternehmenszahlen kam. Kneip zufolge ist es aber nicht die jetzt diskutierte Förderungskürzung der Einspeisevergütung von 15 Prozent sondern das erneute Absenken der Zuschüsse Anfang 2011. Er rechnet damit, dass es dann zu einer weiteren Kürzung von 16 Prozent kommt. Zusammengerechnet wäre die Solarstrom-Förderung dann in nur einem Jahr um 40 Prozent gekürzt worden. Hintergrund ist, dass das Erneuerbare Energiengesetzt (EEG) vorsieht die Förderung regelmäßig zu senken. So wurden die Subventionen bereits Anfang diesen Jahres regulär zwischen neun und elf Prozent für Dach- beziehungsweise Freiflächenanlagen gesenkt. 2011 steht dann ein weiterer Einschnitt an. Laut Plan liegt dieser derzeit bei neun Prozent. Aber nur dann, wenn im Zeitraum vom Oktober 2009 bis zum Oktober 2010 nicht mehr als 2,5 und 3,5 Megawatt an Solarstrom neu installiert wurden. Doch für jedes Megawatt das über dieser Grenze liegt, wird die Förderung um weitere 3,5 Prozent zurück gefahren. Das dieser Fall eintritt erscheint dabei mehr als wahrscheinlich. Denn bereits in den letzten drei Monaten des vergangen Jahres sprang die Nachfrage rapide an, da bereits Förderungskürzungen von der Regierung angekündigt wurden. Und die jetzige Diskussion um die Kürzung weiterer 15 Prozent sorgt ebenfalls für extreme Nachfrage. Denn wer jetzt noch kauft und baut bekommt die derzeit noch höhere Vergütung für 20 Jahre vom Staat garantiert.
Bei der Frage wer dieses Jahr daher überleben wird, sieht sich Centrosolar verständlicher Weise dennoch als Gewinner. Denn der Fokus der Firma liegt klar auf Dachanlagen und hier sieht sich die Firma als Kostenführer, die ihre Zielgruppe bei kleineren Installateuren hat die eher zu deutscher Qualität griffen als zu den günstigeren Alternativen aus China. Zudem machen intrigierte Dach-Lösungen bei Centrosolar drei viertel des Umsatzes aus. Für diese gibt es in Frankreich eine besonders hohe Vergütung. Die Firma hat hier nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 20 bis 25 Prozent. Da dieser bei erwartetem Wachstum auf dem französischen Markt gehalten werden soll glaubt Kneip weniger Anfällig für die politischen Wirren um die Förderungskürzung zu sein. Allerdings erwirtschaftet Centrosolar 48 Prozent seiner Umsätze nach wie vor in Deutschland.
S.A.G. Solarstrom
Tags zuvor hatte S.A.G. Solarstrom mit einer gelungenen Präsentation aufhorchen lassen. Das Freiburger Unternehmen sieht sich – im Unterschied zum Rest der Branche – von den geplanten Kürzungen der Förderung von Solaranlagen durch die Bundesregierung kaum tangiert. Da S.A.G. international agiere, könnten Umsätze aus dem Ausland mögliche Einbußen am Heimatmarkt kompensieren, erklärte Vorstandschef Karl Kuhlmann. Gleichwohl ist er mit der geplanten Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) keineswegs einverstanden, da er erhebliche negative Folgen für die deutsche Solarbranche befürchtet, was letztlich zum Abbau von Arbeitsplätzen führen könne.
Da im Vortrag an einer Stelle von 152 Millionen Euro Umsatz die Rede war, spekulierten einige Börsianer gleich darauf, dass die endgültigen Zahlen für 2009 noch einmal besser ausfallen könnten als die vorläufigen, nach denen 125 bis 140 Millionen Euro erlöst wurden. Gewissheit wird die Veröffentlichung des Geschäftsberichts am 22. April bringen. Für 2010 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 190 bis 210 Millionen Euro und einem Gewinn vor Steuern und Zinsen von acht bis elf Millionen Euro. Um sich für mögliche Übernahmen per Aktientausch zu rüsten, hat der Vorstand das ursprünglich im vergangenen Jahr ausgelaufene Rückkaufprogramm aufgestockt und bis April 2010 verlängert.
Heliad
Schon vor der Investorenkonferenz brachte die Beteiligungsgesellschaft Heliad Equity Partners mit zwei neuen Transaktionen gute Nachrichten. Aber auch für angereiste Anleger hatte Heliad noch einige interessante Neuigkeiten. So will die Gesellschaft es schaffen, dass die Marktkapitalisierung, sprich der Aktienpreis mehr dem wahren Wert des Unternehmens entspricht. Denn zurzeit sind alle Beteiligungen von Heliad zusammen genommen gut doppelt soviel Wert wie die Gesellschaft an der Börse selbst. Dieser Abschlag von 55 Prozent zum so genannten NAV (Net Asset Value) soll auf 30 Prozent schrumpfen. Zuständig ist dafür der durch die Fusion mit der Beteiligungsgesellschaft TIG Themis ins Unternehmen gekommene Christoph Kauter. So wird Kauter demnächst auf Roadshow in Großbritannien, Frankreich den USA und Hamburg unterwegs sein um professionellen Investoren den wahren Wert von Helaid näher zu bringen. Zudem befinden sich noch 400 000 eigene Aktien im Besitz der Heliad die entweder komplett oder einzelnen Tranchen umplatziert werden könnten, so Finanzvorstand Thomas Kunder. Aber auch operativ ist die Gesellschaft weiter aktiv. So sei die Gesellschaft derzeit bei zwei Unternehmenskäufen im weit fortgeschrittenen Verhandlungsstadium. Allerdings ist gerade im Bereich Firmenübernahmen nicht wirklich sicher bis nicht die Tinte unter dem vertrag trocken ist. Darüber hinaus würde Kunder in diesem Jahr noch gerne zwei weitere Transaktionen machen. Ob es dazu kommt sei aber absolut noch nicht absehbar. Für Verkäufe eigener Beteiligungen sieht der Manager die Zeit indes noch nicht gekommen und rechnet für 2010 nicht mit einem Exit, also dem erfolgreichen Ausstieg aus einer Beteiligung.
Epigenomics
Gemessen am Kurs, ist Epigenomics der Hauptgewinner der Veranstaltung. Am Donnerstag legte die Aktie in einem sehr schwachen Marktumfeld zeitweise zweistellig zu, obwohl einige Fragen offen blieben. Mit Spannung hatten die versammelten Investmentprofis die Präsentation des Biotechunternehmens erwartet. Der Kurs war im Januar abgestürzt, weil Zweifel an der Wirksamkeit eines Darmkrebstests laut geworden waren. In zwei von drei Testlabors hatte er leidlich funktioniert, im dritten wurden lediglich 28 Prozent der Darmkrebsfälle erkannt.
Wie sich inzwischen herausgestellt hat, soll es in dem betroffenen Labor jedoch zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Epigenomics-Vorstandschef Geert Walther Nygaard macht ein neu entwickeltes Messinstrument, das nur in diesem Labor eingesetzt wurde, für die schlechten Testergebnisse verantwortlich. Nygaard sprach von ungewöhnlich hohen Fluoreszenzsignalen, die das Auslesen der Testergebnisse beeinflusst haben könnten. Möglichweise müssen die Tests wiederholt werden. Die Ergebnisse der Studie sollen im April vorgelegt werden. Die Vermarktung des bereits am Markt befindlichen Darmkrebs-Bluttests verlaufe trotzdem absolut planmäßig, so Nygaard. Es sei wichtig zu verstehen, dass es sich nur um eine akademische Studie handle, deren Ergebnisse keinerlei Einfluss auf Zulassungsverfahren oder sonstige Genehmigungen hätten.
Bei dem Epigenomics-Produkt handelt sich um einen Bluttest, der beim Hausarzt durchgeführt werden kann und Patienten Stuhlproben oder gar Darmspiegelungen (zunächst) erspart. Nur bei positivem Testergebnis kommen die Betroffenen um die Darmspiegelung nicht herum. Das herkömmliche Angebot zur Darmkrebsvorsorge wird wegen der damit verbundenen Unannehmlichkeiten schlecht angenommen. Allerdings zeigte sich der Bluttest auch in anderen Labors nur in 62,5 Prozent aller Fälle treffsicher. Dies liegt laut Nygaard jedoch im Rahmen des Üblichen – und der Erwartungen. Etwas hellhörig wurden Investoren und Analysten jedoch, als Nygaard von Kapitalbedarf im zweiten Halbjahr sprach. Epigenomics verbrennt weiter kräftig Geld und ist noch nicht einmal bis Jahresende durchfinanziert.
M.A.X. Automation
Erst glänzte M.A.X. Automation, Spezialist für Umwelttechnik und Industrieautomation, am Morgen mit der Bekanntgabe eines Großauftrags für das Tochterunternehmen NSM Magnettechnik, dann legte Vorstands-Chef Bernd Priske in der Investorenpräsentation nach. Der Manager kündigte an, 2010 wieder in die Profitabilität zurückkehren zu wollen. Dabei hält er weiter an seinem Ziel einer zehnprozentigen Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen (Ebit-Marge) fest. Zuversichtlich stimmen den Manager das vergangene Quartal sowie die Auftragsentwicklung im Januar. „Nach vier aufeinander folgenden Quartalen mit rückläufigen Auftragseingängen brachte das vierte Quartal 2009 die Trendumkehr.“, so Priske. „Die letzten drei Monate waren fast schon wieder auf dem Niveau eines normalen Jahres. Und auch die Entwicklung im Januar lässt hoffen.“ Auftragstreiber war und ist dabei die Umweltsparte. Denn die Beteiligungen Vecoplan und Altmeier profitieren laut Priske klar von den gesetzlichen Rahmenbedingungen zur CO2-Vermeidung und der Verordnung, dass Müll ohne Vorsortierung und Behandlung nicht mehr deponiert werden darf. Letztere Vorschrift stützt die Nachfrage für die von Vecoplan produzierten Müllzerkleinerer. Die Auflagen zur CO2-Vermeidung sowie wieder ansteigende Rohstoffpreise helfen hingegen Altmeier. Mit den Systemen der Firma können etwa Berg- oder Kohlekraftwerksbetreiber den entstehenden Kohlestaub zur Energiegewinnung nutzen. Eine Erholung der Rohstoffpreise wiederum stützt auch Vecoplan, denn aus dem zerkleinerten Müll können Ersatzbrennstoffe gemacht werden, die derzeit wieder im Preis steigen.
Werden die gesetzlichen Vorschriften auf weitere EU-Länder ausgeweitet und ziehen Rohstoff- und damit Ersatzbrennstoffpreise weiter an, dann müsse M.A.X. Automation „nur die Hand aufhalten“, so Priske. Die Umweltsparte steht im Konzern für gut zwei Drittel aller Umsätze. Um auch im Bereich Industrieautomation wieder wachsen zu können, sollen einige Beteiligungen zusammengelegt werden um als größere Einheiten dann auch größere Aufträge abwickeln zu können. Die Analysten von Close Brothers Seydler erwarten für 2010 einen Umsatz von 174,5 Millionen Euro und einen Vorteuergewinn von 7,4 Millionen Euro. Annahmen, mit denen sich auch Priske nach eigenen Angaben wohl fühlt.
Telegate
Eine strategische Kooperation mit Freenet gab Telegate auf der Konferenz bekannt. Laut Telegate-Finanzvorstand Ralf Grüßhaber werden die Nutzer des Internetportals www.freenet.de in Kürze Zugriff auf eine vollwertige Telefonbuch- und Branchensuche, einen Routenplaner sowie weitere Karten- und lokale Suchfunktionen haben. Alle Freenet-Informationsservices würden dabei mit dem Zusatz „powered by www.11880.com“ angeboten. Freenet bekommt für jede Suchanfrage eine Vergütung, Telegate hat den Vorteil, dass die eigenen Werbekunden mehr Aufmerksamkeit erhalten. Gleichzeitig deutete Grüßhaber an, dass zwei weitere Kooperationen in Vorbereitung seien.
Seinem Vortrag zufolge entwickelt sich das Internet zur Zukunft des Lokaljournalismus. Das neueste Telegate-Projekt zielt auf Hyperlokalität ab. Gemeint ist Mitmach-Journalismus im Internet, in den USA längst verbreitet (und der Tod mancher Lokalzeitung), in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Hier haben Vereine, Feuerwehren, aber auch Nachwuchsreporter die Möglichkeit, sich im Netz zu präsentieren: Berichte über Hauptversammlungen, Dorffeste oder auch Unfälle, über die sonst nichts in der Presse zu finden ist, können hier veröffentlicht werden. Die ersten Projekte sind in München, Heidelberg, Gauting und Isernhagen angelaufen. Grüßhaber: „So sammeln wir Erfahrungen in Kommunen jeder Größenordnung, von der Millionenstadt bis hin zum Dorf."
AGO Energie + Anlagen
Einen kleinen Kursschub lösten die Zahlen von AGO Energie + Anlagen aus, die am Morgen des zweiten Konferenztages präsentiert wurden. Nach vorläufigen Berechnungen hat der Spezialist für Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung 2009 rund 50 Millionen Euro umgestezt, 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die liquiden Mittel liegen mit rund zehn Millionen Euro deutlich deutlich über dem Stand vom 31. Dezember 2008 (7,7 Millionen).
Vorstandschef Hans Ulrich Gruber berichtete zudem über einen Auftragseingang auf Rekordniveau: Dieser konnte um 18 Prozent auf 68 Millionen Euro gesteigert werden. Und im Januar setze sich der positive Trend fort: Hier gingen Orders über weitere sechs Millionen Euro ein. Gruber: „Wir gehen davon aus, auch über das Jahr 2010 hinaus weiter nachhaltig wachsen zu können“. Kernkompetenzen der in Kulmbach ansässigen AGO sind Gruber zufolge die Planung und der Bau von hocheffizienten Energiezentralen für Energieversorger, Stadtwerke und mittelständische Industrieunternehmen.
Verbio
Kurstechnisch auf der Verliererseite präsentierte sich Verbio mit einem Minus von mehr als sieben Prozent am Donnerstag. Dabei hatte Vorstandschef Claus Sauter am Vorabend mit Fakten aufgewartet, die nicht nur Investoren Hoffnung machten. Die deutsche Automobilindustrie könnte ihr Problem des zu hohen Flottenverbrauchs im Handumdrehen lösen. „Sie müssten einfach nur mehr Erdgasfahrzeuge auf die Straße bringen“, so Sauter. Denn Erdgasfahrzeuge laufen auch mit Biogas und damit könnte der CO2-Ausstoß auf 18 Gramm pro Kilometer gesenkt werden. Bisher stöhnt die deutsche Autoindustrie unter den neuen EU-Grenzwerten, die bis 2015 eine Reduktion der durchschnittlichen CO2-Emissionen von bislang 177 auf 120 Gramm je Kilometer fordern. Er werde in naher Zukunft verstärkt Autobauer auf das Thema ansprechen, so Sauter.
Verbio (ausgeschrieben: Vereinigte Bioenergie) produziert Kraftstoffe wie Biodiesel und Bioethanol sowohl aus Pflanzen als auch aus Abfällen. Die Zukunft sieht Sauter jedoch im kleinsten Geschäftsfeld Biogas. Das hat den Vorteil, dass die Rückstände (Fachsprache: Schlempe) aus der Biokraftstoffproduktion direkt zur Gas weiterverarbeitet werden können. Bislang wird Biogas fast ausschließlich zur Stromerzeugung genutzt. Doch weil es die gleiche Molekülstruktur aufweist wie Erdgas, könnte es zur Wärmegewinnung auch ins öffentliche Versorgungsnetz eingespeist werden. Und das soll nach dem Willen der Bundesregierung auch passieren. Bis 2020 sollen in Deutschland sechs Milliarden Kubikmeter Gas aus regenerativen Energien erzeugt werden, so die Maßgabe. Der Haken an der Sache sind die begrenzten Anbauflächen in Deutschland. Um die Klimaziele zu erreichen, müsste Getreide aus Osteuropa importiert werden.
Nach einem Verlust von zwölf Millionen Euro im ersten Quartal 2009 hat Verbio den Turnaround offenbar geschafft. Im zweiten und dritten Quartal blieben vor Steuern und Zinsen jeweils 800.000 Euro Gewinn hängen. Die Zahlen fürs Gesamtjahr 2009, die am 24. März veröffentlicht werden, dürften wegen des hohen Verlusts im Auftaktquartal gleichwohl noch deutlich negativ auffallen. Fürs laufende Jahr erwarten Analysten aber wieder schwarze Zahlen, weshalb die Aktie seit Herbst 2009 eine beeindruckende Rallye aufs Parkett gelegt hat.
CeWe Color
Mit guten Nachrichten für die schreibende Zunft, vom professionellen Imagebroschürenverfasser bis zum Hobby-Schriftsteller, wartete CeWe Color auf. Das Oldenburger Unternehmen startet auf der Website www.aprinto.de den professionellen Buchdruck für alle - ohne Mindestauflage.
Wie der für die Unternehmensentwicklung zuständige Geschäftsführer Olaf Holzkämper erklärte, können Kunden ab sofort über Aprinto ihre private Online-Druckerei per Mausklick einrichten und Broschüren und Bücher in jeder gewünschten Auflage drucken - mit jedem gängigen Dateiformat. CeWe erschließt damit mit der Tochter Diron und der Website aprinto.de den Markt für kommerziellen Digitaldruck. Während sich Diron bislang ausschließlich auf Speziallösungen für Großunternehmen konzentriert hat, stehen nun auch Druck-Produkte für kleine und mittlere Firmen sowie Kleingewerbetreibende im Mittelpunkt.
Dank des guten Absatzes von Fotobüchern im vierten Quartal hatte CeWe Color die Ziele fürs abgelaufene Jahr übertroffen. Der Gewinn des Oldenburger Unternehmens dürfte Flüsterschätzungen zufolge bei 1,10 Euro je Aktie gelegen haben (prognostiziert waren 92 Cent). Die Zahlen fürs abgelaufene Geschäftsjahr werden jedoch erst zur Bilanzpressekonferenz am 13. April veröffentlicht. Für 2010 belaufen sich die Konsensschätzungen auf 1,86 Euro je Anteilsschein, Optimisten gehen aber bereits von bis zu zwei Euro aus.
Getmobile
Eine eindeutige Botschaft hatte Daniel Wild, Gründer von Getmobile, zu verkünden: Er ist wieder da. Und er ist gekommen, um sämtliche Prognosen zu schlagen. Der Jetzt-wieder-Unternehmenschef will sich, nachdem im vergangenen Jahr der einstige Hauptumsatztreiber, das Mobilfunkgeschäft, einbrach und verkauft werden musste, mit der „neuen Getmobile“ wieder auf das konzentrieren, was er kann. „Ich will wieder Unternehmen im E-Commerce groß und erfolgreich machen, wie ich es früher auch schon getan habe.“ kündigte der neue, alte Vorstandsvorsitzende vor Investoren an. Erste Schritte hat er bereits eingeleitet. So laufen die Verträge seiner vier Vorstandskollegen zwecks Kosteneinsparungen aus, und auch der Name Getmobile wird keinen Bestand haben. In gut zwei Monaten will Wild seiner Firma einen neuen Namen verleihen. Ohne die Mobilfunksparte gehören noch die Shopping-Communtiy Pauldirekt, der T-Shirt-Bedrucker Shirtinator und das Prämienportal Premingo zum Unternehmen.
Der Verkauf, der vor allem aus dem Fernsehen bekannten Mobilfunksparte sei dabei ein wichtiger Schritt gewesen, so Wild. Denn damit fallen auch sämtliche Kosten des Firmensegments weg. Bereits 2009 führte dies laut Wild zu deutlich höheren Umsätzen, als es etwa von den Analysten der Close Brothers Seydler Bank prognostiziert wurde. Die Investmentbanker erwarten für das Jahr 2009 einen Umsatz von 27,5 Millionen Euro. Und auch im neuen Geschäftsjahr ist es das erklärte Ziel von Wild, die Annahmen der Banker zu übertreffen.
Init
Der Karlsruher Telematik-Spezialist Init dürfte die Erwartungen für 2009 ebenfalls übertreffen. So gab Finanzvorstand Bernhard Smolka an, dass die anvisierten 60 Millionen Euro Umsatz sehr konservativ kalkuliert gewesen seien und das Unternehmen die eigenen Annahmen deutlich nach oben korrigiert habe. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wurde laut Smolka wegen der Unsicherheiten durch die Finanzkrise vorsichtig gerechnet. Statt wie prognostiziert mit 8,6 Millionen Euro Ebit 2009 das Niveau von 2008 zu halten, geht der Manager nun von einer gut 20-prozentigen Steigerung aus. Das Ebit beliefe sich dann auf etwa 10,3 Millionen Euro.
Für 2010 erwartet das Unternehmen nun einen Umsatz von über 75 Millionen Euro sowie eine Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen von 13 Prozent. Diese Annahmen seien allerdings noch nicht vom Aufsichtsrat bestätigt worden, schränkte Smolka ein. Grund für den Optimismus ist, dass aufgrund der zahlreichen staatlichen Konjunkturmaßnahmen derzeit etliche Ausschreibungen laufen – vor allem in Amerika, wo der Senat über zehn Milliarden Dollar an Fördermitteln für den Nahverkehr bereitgestellt hat. Marktführer Init gewinnt nach eigenen Angaben knapp jede dritte Ausschreibung und hat den Umsatz für 2010 bereits jetzt fast vollständig in den Auftragsbüchern stehen.
Hawesko
Auf eine Erhöhung der Dividende dürfen die Aktionäre von Hawesko hoffen. Zwar hielt sich Thomas Hutchinson, bei Deutschlands führendem Weinhandelskonzern für den Dialog mit den Investoren verantwortlich, über die Höhe der Ausschüttung noch bedeckt, da der Aufsichtsrat darüber noch nicht entschieden hat. Doch deutete er an, dass die Vorjahresdividende von 1,20 Euro je Anteilsschein aus Sicht des Vorstandes eher die Untergrenze des Möglichen markieren solle.
Nach Umsatzrückgängen im ersten Halbjahr, vor allem durch ein kräftiges Nachfrageminus bei teuren Bordeauxweinen bedingt, konnte Hawesko im dritten und besonders im vierten Quartal 2009 wieder zulegen. Der Umsatz dürfte Hutchinson zufolge in etwa auf dem 2008er-Niveau von 338 Millionen gelegen haben. Das Ergebnis je Aktie dürfte nach derzeitigem Kenntnisstand zwischen 1,40 und 1,50 Euro landen. Bereinigt um Sondereffekte läge auch der Gewinn mit 1,60 bis 1,70 Euro je Anteilsschein auf Vorjahresniveau (1,62).
Mittelfristig sieht Hawesko noch einiges Wachstumspotenzial auf dem deutschen Markt. Der durchschnittliche Preis, der hierzulande für eine Flasche Wein bezahlt wird, liegt derzeit bei 1,87 Euro. 97 Prozent aller verkauften Weine kosten weniger als 3,90 Euro. Da die Margen im Billigsegment niedrig sind, konzentriert sich Hawesko auf höherwertige Weine – in der Regel ab sechs Euro –, wo man rund 25 Prozent Marktanteil für sich reklamiert. Getrieben vom Boom der Kochsendungen im TV und dem steigenden Genussbewusstsein der Bevölkerung, setzt der Groß- und Einzelhändler auf das Entstehen einer neuen Weinkultur. Wenn der relevante Markt für leidlich bessere Tropfen nur von bisher drei auf vier Prozent steigen würde, könnten sich für das Hamburger Unternehmen bei gleich bleibendem Marktanteil 25 Prozent zusätzliches Umsatzpotenzial auftun.
QSC
Der Telekommunikationsanbieter QSC will dem Beispiel des schuldenfreien Unternehmens Hawesko folgen und alle Verbindlichkeiten tilgen. Vorstandschef Jürgen Hermann bestätigte die Umsatzprognose von „über 420 Millionen Euro“ für. Zudem konnten im vergangenen Jahr – wie angekündigt – die freien Barmittel auf über zwölf Millionen Euro gesteigert werden. Laut Hermann wurde das Geld zum Abbau der letzten verbliebenen Schulden verwendet.
Eine Prognose für das angebrochene Jahr 2010 wollte der Unternehmenschef jedoch nicht geben. Der Ausblick soll erst im März mit Bekanntgabe der Jahreszahlen erfolgen. Die strategische Marschrichtung für die kommenden Jahre legte Hermann indes offen. Der Mittelständler, der nach Branchenriesen wie Telekom oder Telefonica über das viertgrößte bundesweite DSL-Netz verfügt, plant langfristig, vom Netz- zum Servicenanbieter zu werden und will auch mehr und mehr IT-Dienstleistungen anzubieten. So ist das QSC-Netz beispielsweise voll Voice-over-IP fähig. Damit ist es etwa möglich, statt über Telefonleitungen über das Internet zu telefonieren. „Wir sind der einzige mittelständische Telekommunikationsanbieter für Mittelständler. Wir begegnen unseren Kunden anders als die Großen auf Augenhöhe und sind daher sehr zuversichtlich, mit neuen Dienstleistungen neue Kunden zu gewinnen“, so Hermann.
Insgesamt habe der Konzern 8300 neue Kunden für sein Segment Managed-Services identifiziert, die mit neuen Produkten angesprochen werden sollen. Im Unternehmensbereich der Managed Services betreut der Konzern alle Kunden die einen Umsatz von über 50 Millionen Euro bringen. Aber auch das Geschäft mit Bestandskunden entwickelt sich gut. So sei 60 Prozent des Neu-Umsatzes im vergangenen Jahr mit Altkunden erzielt worden.
Dabei profitiert QSC nach eigenen Angaben wegen gesunkener Kosten nun stärker als bisher vom neuen Aufträgen und Kunden. „Wir sind heute auf dem Stand, dass 1000 Euro mehr Umsatz eine Steigerung der Bruttomarge von 800 Euro bedeuten.“ erklärte Hermann. Langfristig soll so die Gewinnmarge von aktuell 19 Prozent auf 20 bis 30 Prozent gesteigert werden.
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