Jain will Vertrauen zurückgewinnen
Der neue Co-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Anshu Jain, will das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Bankensektor wiederherstellen.
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"Der Vertrag zwischen den Banken und der Gesellschaft wurde während der Krise gebrochen", sagte der Manager bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsrats der CDU in Berlin. "Man begegnet Banken heute mit Misstrauen. Das ist verständlich."
"Wir müssen noch härter arbeiten, um zu beweisen, dass unsere Aktivitäten sicher sind", sagte er weiter. Die Risiken der Banken seien im Verhältnis zum vorhandenen Kapital zu groß gewesen. "Wir hatten die Kernbereiche unseres Geschäfts verlassen, und es war eine Herausforderung, die Risiken zu handhaben", gestand Jain ein.
Die Deutsche Bank habe aus diesen Fehlern nun gelernt. "Wir haben unsere Risiken reduziert und unsere Kapitalausstattung verbessert", sagte er. Allerdings sei der Prozess bei weitem noch nicht abgeschlossen. Die wegen der Krise eingeführten strengeren Regulierungen seien "unvermeidbar" gewesen. Diese "Maßnahmen bedeuten eine gewaltige Herausforderung für unsere Branche", sagte er. Allerdings müssten für alle Banken die gleichen Regeln gelten.
Zur gegenwärtigen Euro-Schuldenkrise sagte Jain: "Ich bin mir aber sicher, dass sich Europa erholen und sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen kann." Er glaube nicht an Defizitfinanzierung, also an eine Erhöhung der Staatsausgaben. Das sei nicht der richtige Weg für Europa.
Zwischen Wachstum und Sparen zu wählen, sei aber der falsche Ansatz, das könne sich niemand leisten. "Sicher, es besteht durchaus Spielraum für die richtigen Wachstumsmaßnahmen", so Jain, "beispielsweise Strukturreformen des Arbeitsmarktes und bei der Altersvorsorge, Liberalisierung von Schlüsselindustrien oder Investitionen in Infrastruktur."
Es seien bei der im Euroraum benötigten Stärkung der Institutionen gute Fortschritte erzielt worden, sagte er weiter. Er hob den Einsatz der Europäischen Zentralbank zur Sicherung der Liquidität hervor sowie den europäischen Fiskalpakt. Dieser sei ein "wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Harmonisierung der Fiskalpolitik".
Die Maßnahmen, die am Wochenende zur Rettung der spanischen Banken eingeleitet wurden, seien ein weiteres Beispiel für eine gut konzertierte Reaktion auf ein Problem gewesen, "das uns zuletzt alle alarmiert hat. Wir sind heute stärker als noch vor einem Jahr." Er sagte aber, dass niemand von den Kernländern der Eurozone verlangen könne, die Schulden ihrer Nachbarn "bis zum Sankt Nimmerleinstag" zu finanzieren.
Für Europa bestünden nicht zuletzt wegen der am Wochenende anstehenden Wahl in Griechenland Risiken. Die Gefahr für ein "systemisches Ereignis" sei nicht gebannt. "Ein systemisches Ereignis hätte weitreichende und langfristige Folgen nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt. Es steht viel auf dem Spiel."
Jain bekannte sich zum Universalbankmodell für die Deutsche Bank, also die Integration der Bereiche Privatkundengeschäft, Asset Management und Großkundengeschäft. "Es hat sich auch in der Krise besonders bewährt." Für die Branche erwartet er allerdings eine Konsolidierung. "Angesichts des schwierigen makroökonomischen und Regulierungsumfelds gehen wir davon aus, dass in Zukunft nur noch eine Handvoll starker globaler Banken übrig bleibt."
Eine erfolgreiche Bank sollte "fest in einem starken heimischen Markt mit soliden Staatsfinanzen verankert sein" und er sei "froh, Deutschland als unseren Heimatmarkt zu haben."
Jain ist der erste Chef der Deutschen Bank, dessen Muttersprache nicht Deutsch ist. So hielt er seine Rede auch auf Englisch, machte zu Beginn und zum Ende aber auch Anmerkungen auf Deutsch. Jain hat jüngst den Chefposten bei Deutschlands größtem Kreditinstitut von Jürgen Ackermann zusammen mit Jürgen Fitschen übernommen.
Kontakte zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/hhb/mgo (END) Dow Jones Newswires June 12, 2012 15:06 ET (19:06 GMT) Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 03 06 PM EDT 06-12-12 BERLIN
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— FinanzenNet (@FinanzenNet) Juni 13, 2012
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