Chartanalyse: DAX - 6000er Marke bald wieder im Spiel
Nach den deutlichen Kursverlusten seit dem Zwischenhoch vom Oktober deutet sich ein Ende der Abwärtstendenz an. Schon ist die 6000 Punkte-Marke wieder im Spiel.
Analyse-Datum: Donnerstag, 10. November 2011
Diagnose: Nach den massiven Abgaben zur Wochenmitte fassen die Bullen am Donnerstag wieder Mut und hieven den DAX zurück über die gestern eingebüßte horizontale Unterstützung bei etwa 5830 Punkten. Diese speist sich durch die Bewegungstiefs von Ende August 2010. Insgesamt hat der Index nach seinem Zwischenhoch bei 6430 Zählern von vor rund zwei Wochen einen kurzfristigen Abwärtstrend ausgebildet, der aber mit der Zurückeroberung des besagten Supports am Auslaufen ist. Dies wird nicht nur von der ansteigenden 50-Tage-Linie untermauert. Auch die kurzfristigen Trading-Indikatoren, die in ihren überverkauften Extremzonen notieren, stehen kurz vor einem Kaufsignal.
Beim S&P 500 ging es am Mittwoch mit einem Minus von 3,67 Prozent auf 1229 Punkte recht zügig abwärts. Zuvor war der US-Index an der 200-Tage-Linie bei 1272 Zählern gescheitert. Nun geht es sowohl um die Haltezone bei 1230 Punkten als auch um den seit August bestehenden Aufwärtstrend bei 1240 Punkten.
S&P 500: 12-Monats-Chart
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Kann dieses Auffangnetz nicht zeitnah zurückerobert werden, so würde zunächst ein Wiedersehen mit der Region bei 1200 Punkten (Unterstützung und 50-Tage-Linie bilden dort ein starkes Netz) auf den Plan rücken. Positiv stimmt aktuell ein Blick auf den deutlich im Plus liegenden Future auf den S&P 500, der die oben beschriebene Chart-Eintrübung verhindern sollte. Aber selbst beim Misslingen droht noch kein „Weltuntergang“. Perspektivisch sollte es bis zum Jahresende wieder aufwärts gehen. Meine Zielmarke setze ich daher bei etwa 1345 Zählern. In diesem Bereich wird der US-Index auf erheblichen Widerstand stoßen, der aus der horizontalen Barriere bei 1345 Punkten (Februar und Juli-Hoch) und der oberen Aufwärtstrendlinie resultiert.
Dax: 12-Monats-Chart
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Prognose: Obwohl beim DAX nach dem Zwischenhoch von Ende Oktober nun eine Topbildung droht, die im Worst-Case Abwärtspotenzial von zirka 680 Punkten bereithält, sollte der Index im Bereich der 50-Tage-Linie bei 5679 Punkten sowie spätestens auf dem Niveau der Horizontale bei 5480 Zählern auf massive Unterstützung treffen. Doch dazu muss es nicht zwangsläufig kommen. Auch das deutsche Aktienbarometer wird tendenziell in den nächsten Wochen wieder nach oben laufen. Dabei käme als Zielregion das März-Tief bei 6483 Zähler infrage, das es Ende Oktober um etwa 53 Punkte verfehlte.
von Karen Szola, Technische Analystin Euro am Sonntag
Ziel der Technischen Analyse ist es, aus Kursverläufen künftige Trends vorherzusagen. Die Technische Analystin Karen Szola untersucht an dieser Stelle interessante Aktien und Indizes auf charttechnische Signale und stellt ihre Prognose.