Umfangreiche Ermittlungen wegen Insiderhandels
Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt in großem Stil wegen des Verdachts auf Marktmanipulationen und Insiderhandel mit Aktien.
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MÜNCHEN- Nach einer großangelegten Razzia am Dienstag rechnet die Behörde allerdings nicht mit einem raschen Abschluss des Verfahrens. Zunächst müsse das umfangreiche Material aus den Durchsuchungen ausgewertet werden, sagte eine Sprecherin am Freitag. Ein Zeitrahmen lasse sich nicht seriös vorhersagen. Die Ermittlungen laufen bereits seit mehr als zwei Jahren.
Die Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstagabend die Aktion und drei Festnahmen und damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland" ("FTD") bestätigt. Nähere Informationen zu betroffenen Firmen und den Verdächtigen wollten die Ermittler aber nicht mitteilen. Am Dienstag waren in einer spektakulären Aktion die Büros und Wohnungen von Dutzenden Verdächtigen durchsucht worden.
Insgesamt waren 48 Büro- und Privaträume bundesweit und in Österreich ins Visier der Behörde geraten. Die Ermittlungen richteten sich gegen 31 Verdächtige, betroffen seien Aktien von 20 verschiedenen Gesellschaften. Drei Beschuldigte sitzen seither in Untersuchungshaft. Nach Angaben aus Finanzkreisen soll es sich bei den Verdächtigen vor allem um Mitarbeiter sogenannter Börsenbriefe handeln, die Anlegern unter anderem Ratschläge zu Aktien geben.
Im wesentlichen gehe es bei den Ermittlungen um Kursmanipulationen mit fast wertlosen Aktien - sogenannten Pennystocks - deren Kurse durch gezielt positive Nachrichten nach oben getrieben und dann wieder verkauft werden. Teilweise seien auch andere Aktien durch negative Nachrichten in die Verlustzone gebracht und daraus Geschäfte gemacht worden. Welche Aktiengesellschaften von den Machenschaften betroffen sein könnten, wollte die Sprecherin nicht sagen.
Ebenfalls durchsucht wurden Geschäftsräume der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger in München (SdK). Die SdK sei allerdings in einem anderen Zusammenhang von den Ermittlungen betroffen, sagte SdK- Sprecher Lars Labryga. Die Vorwürfe richteten sich nicht gegen die SdK, sondern weiterhin gegen einen früheren Funktionär. Der Mann soll öffentlich angebliche Bilanztricks beim Bezahldienstleister Wirecard angeprangert und zugleich auf den fallenden Kurs der Aktie spekuliert haben. Bereits 2008 war die SdK deshalb Ziel einer Durchsuchungsaktion der Staatsanwaltschaft.
"Sollte dies tatsächlich der Fall sein, so hätte dieses Vorstandsmitglied gegen interne Regeln der SdK verstoßen", sagte Labryga. Die Ermittlungen dazu liefen noch. Mit den Pennystock- Ermittlungen habe die SdK indes nichts zu tun, betonte der Sprecher. Im Gegenteil bekämpfe die SdK derartige Marktmanipulationen und begrüße die Ermittlungen ausdrücklich. (dpa-AFX)
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