Interview

Macquarie-Analyst: „Spanien sorgt für Spannung“

22.12.10 09:00 Uhr

Die Schuldenkrisen einiger EU-Mitgliedsstaaten ist noch nicht ausgestanden. Mit Macquarie-Analyst Ralf Zimmermann sprach finanzen.net über die Perspektiven europäischer Blue Chips im nächsten Jahr.

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Aktien

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Indizes

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20.641,7 PKT -1.075,7 PKT -4,95%

187,7 PKT -8,6 PKT -4,38%

506,4 PKT -25,4 PKT -4,77%

4.878,3 PKT -235,0 PKT -4,60%

954,3 PKT -30,6 PKT -3,11%

10.762,1 PKT -574,4 PKT -5,07%

12.422,0 PKT -769,2 PKT -5,83%

7.532,7 PKT -244,7 PKT -3,15%

7.955,9 PKT -415,7 PKT -4,97%

4.226,4 PKT -211,2 PKT -4,76%

Finanzen.net: Wie schätzt Macquarie Research im kommenden Jahr die konjunkturelle Entwicklung in den wichtigsten Regionen der Welt ein?
Ralf Zimmermann:
Das Momentum der Konjunktur dürfte im ersten Quartal deutlich nachlassen, um spätestens in der zweiten Jahreshälfte aber wieder an Fahrt aufzunehmen. Dabei sollten die höchsten Wachstumsraten in Asien – vor allem in China – gefolgt von den USA und der Eurozone erzielt werden. In Europa dürfte Deutschland überdurchschnittlich und die Peripheriestaaten nur schwach wachsen.

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Für europäische Blue Chips verlief das Jahr 2010 relativ enttäuschend. Was trauen Sie diesen Titeln im nächsten Jahr zu?
Nach Startschwierigkeiten während der ersten Jahreshälfte könnte der Stoxx 50 im Tief noch einmal auf 2.400 Zähler fallen. Danach dürfte er sich allerdings wieder deutlich erholen. Unser Jahresendziel liegt bei 2.850 Punkten und eröffnet damit Kurspotenzial von rund zehn Prozent.

Setzt sich in Europa die aktuelle Zwei-Klassen-Gesellschaft – auf der einen Seite die Kernländer und auf der anderen Seite die Problemstaaten an der Peripherie Europas – fort? In welchen Ländern sehen Sie die höchsten Chancen?
Auf kurze Sicht überwiegen derzeit eher die Risiken. Bei der Schuldenkrise haben wir wahrscheinlich das Tal der Tränen noch nicht durchschritten. Vor allem Spanien dürfte im Jahr 2011 für ein hohes Maß an Spannung sorgen. Die Probleme im Immobilien- und damit auch im spanischen Bankensektor sind immens. Dort existiert erheblicher Abschreibungsbedarf. Außerdem muss sich der spanische Staat bei deutlich schlechteren Konditionen refinanzieren. An einem Aufstocken des Rettungsschirms und einer Einführung der gemeinsamen Euro-Anleihen wird wohl kein Weg vorbeiführen. Dies wird dann zu niedrigeren Risikoprämien für spanische Anleihen und zu deutlichen Kursgewinnen bei iberischen Aktien führen. Am Markt werden dann für eine gewisse Zeit die Favoriten wechseln und der DAX nicht mehr der Star-Performer in Europa sein.

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Welche Branchen sollte man haben, und welche besser nicht?
Macquarie Research rät aktuell dazu, dividendenstarke Sektoren wie Öl & Gas oder Telekommunikation ein höheres Gewicht einzuräumen. Übers ganze Jahr gerechnet, sollten auch Grundstoffe den Markt schlagen, da die reichliche Liquidität die Rohstoffpreise nach oben treiben sollte. Für einen Einstieg bei Bankwerten scheint die Zeit aufgrund der erwarteten Verschlimmerung der Schuldenkrise allerdings noch nicht reif zu sein. Sobald sich hier eine Lösung abzeichnet, dürften insbesondere spanische Banken interessant werden. Dann könnte wieder einmal das Motto „Too big to fail“ greifen.

Und welche konkreten Aktien halten Sie für kaufenswert?
In den kommenden Monaten stufen wir nach den positiven Überraschungen bei HP und Oracle vor allem SAP als aussichtsreich ein. Außerdem trauen wir der Deutschen Post gute Quartalszahlen zu. Die Aktie sollte damit einen Teil ihrer jüngsten Underperformance gegenüber der Konkurrenz wieder aufholen. Bei Merck KGaA sollte sich das Geschäft mit Flüssigkristallen für Monitore und Displays beleben, da sich ein Drehen der Lagerzyklen abzeichnet. Und nach den Rückschlägen beim MS-Medikament Cladribin sollten die Markakteure eine erwartete Nicht-Zulassung bereits eingepreist haben, so dass die Chance auf eine positive Überraschung diesbezüglich durchaus gegeben ist.

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Auf der Liste Ihrer Top-Picks für 2011 befindet sich unter anderem die Aktie der spanischen Telefonica. Was waren hierfür die Beweggründe?
Das mag Ihnen vielleicht etwas spanisch vorkommen, aber so richtig spanisch kann man Telefonica mittlerweile gar nicht mehr bezeichnen, schließlich ist das Unternehmen in der Wachstumsregion Lateinamerika – und hier vor allem in Brasilien – bestens positioniert. Außerdem hat die Firma ein weiteres starkes Standbein in Großbritannien. Die Schuldenkrise des Heimatstaats könnte zwar für temporäre Irritationen sorgen, nichtsdestotrotz dürfte der Titel aller Voraussicht nach unbeschadet bzw. gestärkt durch die Krise kommen.

Zur Person:
Ralf Zimmermann ist europäischer Aktienstratege bei Macquarie. Er arbeitete zuvor seit 2001 in gleicher Position bei Sal. Oppenheim und ist zugleich Mitglied im Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse AG.

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