Quantensicherheit

Ethereum und Quantencomputer: Foundation gründet eigenes Sicherheitsteam

19.02.26 03:35 Uhr

Ethereum im Fokus: Warum die Foundation jetzt auf Post-Quantum-Kryptographie setzt | finanzen.net

Quantencomputer galten lange als Bedrohung für Blockchains. Nun erklärt die Ethereum Foundation das Thema zur Top-Priorität und gründet ein Team für zukunftssichere Kryptographie.

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• Ethereum Foundation erklärt Post-Quantum-Sicherheit zur strategischen Top-Priorität
• Ein eigenes PQ-Team unter Leitung von Thomas Coratger soll das Netzwerk quantensicher machen
• LeanVM bildet den kryptographischen Eckpfeiler der gesamten Post-Quantum-Strategie von Ethereum

Ethereum Foundation gründet eigenes Post-Quantum-Team

Die Bedrohung, die leistungsfähige Quantencomputer für die Kryptographie heutiger Blockchains darstellen könnten, rückt zunehmend in den Fokus der Branche. Während die Bitcoin-Community das Thema bereits seit Längerem diskutiert, hat die Ethereum Foundation (EF) Anfang 2026 einen entscheidenden Schritt unternommen: Am 23. Januar 2026 gab EF-Forscher Justin Drake in einem Beitrag auf der Plattform X bekannt, dass die Organisation ein eigenes Post-Quantum-Team (PQ-Team) ins Leben gerufen hat. Geleitet wird es vom Kryptographie-Ingenieur Thomas Coratger, unterstützt vom leanVM-Kryptographen Emile. Wie Drake in seinem Beitrag schrieb, habe das EF-Management Post-Quantum-Sicherheit offiziell zur strategischen Top-Priorität erklärt, nach Jahren stiller Forschungs- und Entwicklungsarbeit, die bereits 2019 begann.

Die Ethereum Foundation macht mit diesem Schritt deutlich, dass es nicht mehr nur um akademische Grundlagenforschung geht, sondern um aktive Ingenieursarbeit. So starten ab Februar 2026 unter der Leitung von EF-Forscher Antonio Sanso zweiwöchentliche Entwickler-Calls im Rahmen des All Core Developers-Prozesses, die sich gezielt mit post-quanten-sicheren Transaktionen beschäftigen. Darüber hinaus laufen bereits mehrere unabhängige Testnetzwerke, in denen post-quanten-sichere Konsensmechanismen erprobt werden. Die Stiftung hat außerdem den sogenannten "Poseidon Prize" ausgelobt, mit einem Preisgeld von einer Million US-Dollar, um die kryptographische Poseidon-Hashfunktion zu stärken, die in Ethereums Zero-Knowledge-Proof-Systemen zum Einsatz kommt. Hinzu kommt ein weiterer mit einer Million US-Dollar dotierter "Proximity Prize" für die breitere Post-Quantum-Kryptographieforschung.

LeanVM als Herzstück der Strategie

Der technische Kern der Post-Quantum-Strategie der Ethereum Foundation ist ein System namens leanVM. Dabei handelt es sich um eine hochspezialisierte Software-Umgebung, die darauf ausgelegt ist, viele post-quanten-sichere Validierungen in einen einzigen kompakten Beweis zu bündeln, der der Blockchain hinzugefügt werden kann, ohne sie zu überlasten. Drake bezeichnete leanVM als den "kryptographischen Eckpfeiler" der gesamten Post-Quantum-Strategie der Ethereum Foundation.

Wie Thomas Coratger in einem Beitrag von CoinDesk vom 1. Februar 2026 erklärte, liegt der aktuelle Fokus des Teams auf der Konsensschicht von Ethereum, also jenem Teil des Netzwerks, der es Tausenden von Validatoren ermöglicht, sich auf gültige Transaktionen und neue Blöcke zu einigen. Die dort heute verwendete Kryptographie funktioniert zwar einwandfrei, könnte aber durch leistungsstarke Quantencomputer eines Tages gebrochen werden. Besonders herausfordernd ist dabei der Ersatz des bestehenden Signatursystems, das Tausende von Validator-Zustimmungen effizient bündelt. Coratger betonte, dass die post-quanten-sicheren Alternativen nicht über dieselben Eigenschaften verfügen und es eine große Herausforderung sei, diese auf die Skalierung von Ethereum anzupassen. Gleichzeitig stellte Coratger klar, dass Ethereum nicht in unmittelbarer Gefahr sei. Der frühzeitige Start der Arbeiten sei aber notwendig, weil dezentrale Netzwerke deutlich mehr Zeit für umfassende Umstellungen benötigen als zentralisierte Systeme.

Die Branche reagiert: Auch Coinbase und Optimism handeln

Die Ethereum Foundation steht mit ihrem Vorstoß nicht allein. Am 21. Januar 2026 gab die Kryptobörse Coinbase die Gründung eines eigenen unabhängigen Beratungsgremiums für Quantencomputing und Blockchain bekannt. Wie aus dem offiziellen Blogbeitrag von Coinbase hervorgeht, bringt das "Coinbase Independent Advisory Board on Quantum Computing and Blockchain" weltweit führende Experten aus den Bereichen Quantencomputing, Kryptographie und Blockchain-Sicherheit zusammen, darunter unter anderem Ethereum-Forscher Justin Drake selbst sowie Kryptographie-Koryphäen wie Professor Scott Aaronson und Professor Dan Boneh. Das Gremium soll Risikoanalysen veröffentlichen, Handlungsempfehlungen für Entwickler und Nutzer herausgeben und bei bedeutenden Durchbrüchen in der Quantenforschung schnelle, unabhängige Einschätzungen liefern.

Auch auf der Ebene der Layer-2-Netzwerke tut sich etwas: Optimism, eines der größten Layer-2-Netzwerke im Ethereum-Ökosystem, hat einen formellen 10-Jahres-Fahrplan veröffentlicht, um seinen gesamten Superchain-Stack, von Wallets bis hin zu Sequenzern, auf post-quanten-sichere Kryptographie umzustellen. Diese koordinierten Initiativen zeigen, dass Post-Quantum-Sicherheit in der Blockchain-Branche kein Randthema mehr ist, sondern aktiv Entwicklungs-Roadmaps, Governance-Diskussionen und die Zusammenarbeit im gesamten Ökosystem prägt. Die Ethereum Foundation plant darüber hinaus weitere Community-Arbeit: Unter anderem ist ein "Post-Quantum Day" am 29. März 2026 in Cannes geplant sowie eine dreitägige Veranstaltung im Oktober, um Experten und Stakeholder zusammenzubringen.

D. Maier / Redaktion finanzen.net

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