Nikkei knickt ein: Zoll-Unsicherheit setzt Asiens Börsen unter Druck
Dort hatten viele Akteure angesichts von Konjunktur- und Inflationssorgen sowie wegen der Unsicherheit im Hinblick auf weitere US-Strafzölle die Reißleine gezogen und die Indizes um bis zu 2,7 Prozent südwärts geschickt. Und für den Start am Montag signalisieren die Futures auf die US-Indizes bereits weitere deutliche Abgaben.
Börse in Japan sackt sichtlich ab
Am härtesten traf es den Tokioter Nikkei 225-Index, der schlussendlich um 4,05 Prozent auf 35.617,56 Punkte in den Keller rauschte. Er bekam zusätzlich Gegenwind vom weiter aufwertenden Yen. Hintergrund ist eine breite Dollarschwäche, ausgelöst von Sorgen um die US-Konjunktur. Sicherheit suchten Anleger in diesem Umfeld in japanischen Staatsanleihen, deren Renditen entsprechend sinken.
In Shanghai ging es für den Shanghai Composite um 0,46 Prozent auf 3.335,75 Zähler abwärts, während sich der Hang Seng in Hongkong mit einem Minus von 1,31 Prozent auf 23.119,58 Punkte nicht wirklich besser hielt. Dort hatte das Marktbarometer schon in der Vorwoche bereits deutliche Rücksetzer hinnehmen müssen. Hier können auch besser als gedacht ausgefallene Wirtschaftsdaten aus China nicht stützen. Dort sind Einkaufsmanagerindizes für März besser ausgefallen als im Vormonat und teils auch besser als erwartet.
Trump zündet die nächste Zoll-Rakete
Hauptthema und größter Unsicherheitsfaktor sind aber die Zollpläne von US-Präsident Donald Trump. Der 2. April ist der schon länger im Raum stehende Stichtag, ab dem nicht nur mittlerweile beschlossene Strafzölle - beispielsweise auf Autoimporte - greifen sollen. Außerdem hat Trump hat für den 2. April die Bekanntgabe neuer Einfuhrzölle angekündigt. Es handelt sich um so genannte reziproke Zölle, mit denen er sowohl auf bestehende Einfuhrzölle der Handelspartner, als auch auf andere, nicht-tarifäre Hemmnisse reagieren will - beziehungsweise auf Dinge, die er selbst als Hemmnisse wahrnimmt: Zum Beispiel eine Mehrwertsteuer. Es ist möglich, dass die Ankündigung erst nach Schließung der europäischen Märkte kommen wird.
Ob sich der von Trump angezettelte Streit zu einem regelrechten Handelskrieg auswachsen wird, ist noch nicht sicher. Während Kanadas (im Wahlkampf stehender) Premier Mark Carney zumindest rhetorisch äußerst scharf auf die bereits verhängten Zölle reagierte, kamen aus Brüssel eher moderate Töne. Eine europäische Antwort auf die US-Zölle könnte mehrere Monate in Anspruch nehmen. Noch gibt es Hoffnungen und Appelle, dass sich Trump noch auf Verhandlungen einlassen wird, was er bisher allerdings ablehnt.
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