Tesla-Aktien im Krisenmodus: Früher Tesla-Investor fordert Rücktritt von Elon Musk
• Tesla-Aktie leidet unter Elon Musks Politik-Engagement
• Früher Tesla-Investor ruft nach Rücktritt von Musk
• Ruf von Marke Tesla werde "zerstört"
Die Marke Tesla und der Name Elon Musk sind fest miteinander verknüpft. Dies hat sich in der jüngsten Vergangenheit jedoch nicht nur positiv auf die Tesla-Aktie ausgewirkt. Spätestens seit Musk sein politisches Engagement im US-Präsidentschaftswahlkampf zu Gunsten von Donald Trumps stark ausbaute, mehrt sich Kritik an Aussagen und Vorgehen des Tesla-Konzernlenkers. So hat Musk im Rahmen des neu geschaffenen US-Ministeriums für Regierungseffizient (DOGE) zur Streichung zahlreicher Ausgaben und Arbeitsplätzen beigetragen. In den USA und darüber hinaus regen sich seither Proteste. Nicht wenige Tesla-Besitzer streben deshalb an, sich von ihren Stromer wieder zu trennen oder haben dies bereits getan. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer kommentierte dahingehend gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Elon Musk ist zur Unperson geworden. Dann leidet darunter die Marke Tesla auch."
Tesla-Aktie in 2025 unter Druck
Tatsächlich geht die Kritik an Elon Musk auch an der Tesla-Aktie nicht spurlos vorbei. Während sie im Jahr 2024 noch kräftig von der Aussicht auf einen Trump-Wahlsieg profitieren konnte, hat der Wind in 2025 gedreht. So liegt der Anteilsschein an der NASDAQ auf 12 Monate gesehen zwar 49,92 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn ging es jedoch 34,74 Prozent abwärts (Stand: Schlusskurs vom 28. März 2025). Auf der anderen Seite haben Shortseller in diesem Jahr bereits satte Gewinne eingefahren: Wie Daten von S3 Partners zeigen, hätten Leerverkäufer in den letzten drei Monaten Gewinne in Höhe von 16,2 Milliarden US-Dollar gemacht, schreibt Business Insider.
Tesla-Insider werfen Tesla-Aktien aus dem Depot
Das Kursdebakel stößt auch alteingesessenen Tesla-Investoren sauer auf. So verkauften jüngst zahlreiche Musk-Unterstützer Tesla-Aktien im großen Stil. Dies zeigen öffentlich einsehbare SEC-Dokumente, die bei Insider-Verkäufen eingereicht werden müssen. Diese offenbaren, dass sich Musks Bruder Kimbal Musk, die Vorsitzende des Tesla-Verwaltungsrats Robyn Denholm und der langjährige Verbündete James Murdoch von Tesla-Aktien trennten. Auch wenn Insider-Verkäufe nicht zwangsläufig negativ gedeutet werden müssen, erklärte Jay Ritter, emeritierter Professor an der University of Florida, gegenüber ABC News: "Wann immer Insider, einschließlich Direktoren, Aktien verkaufen, ist das kein positives Signal".
Ross Gerber will Musks Rücktritt
Doch das ist nicht alles. Einer der frühesten Tesla-Investoren, Ross Gerber, forderte erst kürzlich den Rücktritt des Tesla-Chefs, wie er im Gespräch mit Sky Business Live sagte. So bat Gerber Musk, einen neuen Konzernlenker zu benennen, da Teslas Ruf "gerade von Elon Musk zerstört" werde. Gleichzeitig zeigte sich der Aktionär weiterhin von dem E-Autobauer überzeugt. So schrieb er erst kürzlich in einem X-Beitrag: "Abgesehen von Politik, macht Tesla die besten EV-Autos."
Dennoch kritisierte Gerber gegenüber Sky Business Live, dass "das Unternehmen zu lange vernachlässigt" worden sei und nun jemanden benötige, der Tesla tatsächlich leite, denn Musk "vernachlässigt Tesla völlig". "Es gibt zu viele wichtige Dinge, die Tesla tut. Deshalb sollte Elon entweder zu Tesla zurückkehren und der CEO von Tesla sein, oder er sollte seine anderen Jobs abgeben, oder er sollte sich auf die Regierung konzentrieren und weitermachen, aber einen passenden CEO für Tesla finden." Gerbers Vermögensverwalter hielt zum Jahresende 2024 weiterhin 262.352 Tesla-Aktien im Wert von 105 Millionen US-Dollar, wie aus SEC-Einreichungen hervorgeht. Gegenüber dem Vorquartal wurde die Position um 12.579 Anteilsscheine gekürzt.
Tesla-Verkaufszahlen sinken
Doch nicht nur die Tesla-Aktie leidet unter dem Kurs von Musk. Auch die jüngsten Tesla-Verkaufszahlen zeigen, dass der E-Autobauer in der Krise steckt. Das zeigte auch kürzlich eine Erhebung des Marktbeobachters Deutsche Automobil Treuhand (DAT), die besagt, dass 35 Prozent der befragten Fuhrparkleiter grundsätzlich die Beschaffung von Tesla-Fahrzeugen überdenken würden. "Die Aktivitäten von Elon Musk haben dazu geführt, dass die Marke Tesla eine andere Wahrnehmung im Markt erfährt. Hinzu kommt: Andere Anbieter haben aufgeholt, was die Technologie betrifft. Tesla war in vielen Bereichen Pionier, das ist nicht mehr so", kommentierte Martin Weiss, Leiter der DAT-Fahrzeugbewertung, die Ergebnisse der Umfrage. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres gingen die Tesla-Neuzulassungen in Deutschland zudem um satte 71 Prozent nach unten.
Auch Gerber sieht Tesla "absolut" in der Krise: "Die Umsätze brechen ein, also ja, es ist eine Krise. Man kann buchstäblich nicht das beste Produkt auf dem Markt verkaufen, weil der CEO so umstritten ist." Wie Irish Star schreibt, hätte der Tesla-Investor schon in der Vergangenheit gewarnt, dass er Tesla verlassen werde, wenn sich die Performance des Unternehmens nicht verbessere. Gegenüber Sky Business Live gab er zudem bereits zu verstehen, das er sich von einigen seiner Aktien getrennt habe. "Die Art und Weise, wie die Menschen Ihre Marke sehen, ist für einen Teil des Kaufprozesses, den die Menschen nutzen, wirklich entscheidend", sagte er. "Wir identifizieren uns wirklich mit den Autos, die wir fahren, vor allem in den Vereinigten Staaten, und wenn Ihre Marke auf diese Weise beschädigt wird, ist das wirklich schlimm", fasste Gerber zusammen.
Mit seinem Wunsch, Musk möge zu seinen Aufgaben bei Tesla zurückkehren, steht Gerber im Übrigen nicht alleine da. Auch Tesla-Großaktionär Christopher Tsai äußerte im Interview mit The Guardian Mitte März dieses Verlangen: "Ich hoffe, dass sein Engagement bei [DOGE] nur von kurzer Dauer ist, damit er noch mehr Zeit für seine Geschäfte aufwenden kann." Jedoch beeilte Tsai sich zu betonen, dass seine geäußerte Hoffnung keinen Vertrauensverlust in Musk oder das Ertragspotenzial seines Unternehmens darstelle. Dennoch sei nicht zu leugnen, dass der Markt ungünstig auf Elon Musks jüngstes Engagement in der Politik reagiere.
Redaktion finanzen.net
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