Die beispiellose Strähne von zehn aufeinanderfolgenden Leitzinsanhebungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hat eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums in der Eurozone bewirkt. Die Kreditkonditionen sind immer restriktiver geworden und die Stimmungsindikatoren tendieren weiter abwärts. Währenddessen gibt die Gesamtinflation nach und hat im Oktober ein Zweijahrestief erreicht. Obwohl der Dienstleistungssektor noch einen gewissen Aufwärtsdruck auf die Kerninflation ausübt, geht die allgemeine Entwicklung eher in Richtung Deflation.
Wir gehen davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in der Eurozone in den kommenden Quartalen stagnieren wird, bevor es gegen Ende 2024 wieder anzieht. Wenngleich der Fertigungssektor den Druck zu spüren bekommt und geringere Haushaltsausgaben im nächsten Jahr das Wachstum bremsen dürften, rechnen wir mit steigenden Reallöhnen, die zu einem Abfedern eines heftigeren Abschwungs beitragen dürften. Die Arbeitslosenquote in der Region liegt immer noch dicht an Rekordtiefs und wird aus unserer Sicht in den kommenden Monaten wahrscheinlich nur geringfügig ansteigen. Der Arbeitsmarkt lässt Anzeichen einer Abkühlung erkennen, aber der Arbeitskräftemangel liegt immer noch auf einem Niveau, das Anlass zum Horten von Personal gibt und künftig das Lohnwachstum unterstützen dürfte.
Die EZB ist davon überzeugt, dass das derzeitige geldpolitische Umfeld, sofern es lange genug aufrechterhalten wird, hinreichend restriktiv ist, um die Inflation wieder auf ihren Zielwert zu bringen. Somit rechnen wir nunmehr mit einer längeren Pause, bevor irgendwelche weitere Entscheidungen getroffen werden. Unserer Meinung nach werden die Währungshüter abwarten wollen, bis sich die Zweitrundeneffekte der Inflation auf die Löhne abschwächen, bevor sie mit einer Lockerung der Geldpolitik beginnen. Folglich preisen wir eine erste Zinssenkung im dritten Quartal 2024 ein. Doch beharrlich höhere Energiepreise dürften einen gewissen Aufwärtsdruck auf die Inflation ausüben und möglicherweise den Beginn eines geldpolitischen Lockerungszyklus verzögern.
Insgesamt dürften rückläufige Renditen europäischen Anleihen im kommenden Jahr Auftrieb verleihen, insbesondere im Vergleich zu den USA, wo solide Konsumausgaben weiterhin eine robuste Wirtschaft stützen. Deshalb gehen wir davon aus, dass die EZB wahrscheinlich vor der US-Notenbank (Fed) die Zinsen senken wird, da sie gezwungen ist, auf das kraftlose Wachstum zu reagieren.
Vor diesem Hintergrund stellen wir folgende Überlegungen zur Portfoliopositionierung zu Beginn des neuen Jahres an:
1. Renditen festschreiben
Die Zinssätze sind in den vergangenen zwei Jahren gestiegen und dürften 2024 zurückgehen. Daher beginnen Anleger, die zurzeit attraktiven Renditen, die dicht an Mehrjahreshochs schweben, festzuschreiben. Eine Umschichtung in länger laufende Anlagen kann auch zur Reduzierung des Wiederanlagerisikos beitragen, das bei den in jüngster Zeit beliebten Geldmarktfonds besteht, insbesondere in einem Umfeld fallender Zinsen.
2. Duration ausweiten
Schwächelndes Wachstum und ein nachhaltiger Abwärtstrend bei der Inflation legen nahe, dass die Leitzinsen in der Eurozone sehr wahrscheinlich ihren Spitzenwert erreicht haben. Deshalb ist jetzt für Anleger der richtige Zeitpunkt, damit zu beginnen, die Duration ihrer festverzinslichen Anlagen zu verlängern. Wir halten grüne und soziale Anleihen, die üblicherweise zur Finanzierung längerfristiger Projekte emittiert werden, für eine gute Quelle von Anlagen mit längerer Duration.
3. Nachhaltiges Investieren in Erwägung ziehen
Ein wachsender und zunehmend diversifizierter Markt für nachhaltige Finanzierungen bedeutet, dass attraktive Renditen mit einer positiven Auswirkung auf die Umwelt und unsere Gemeinschaften einhergehen können. Wir nehmen an, dass die Nachfrage nach Instrumenten, deren Erlöse für grüne und soziale Zwecke verwendet werden, künftig stark bleiben wird, sodass beide Märkte für ein dynamisches Wachstum gerüstet sind. Nachhaltiges Investieren wird in den kommenden Jahren ein vorherrschender Trend sein, der strukturellen Auftrieb erhält und damit das Potenzial für höhere finanzielle Renditen hat.
WO LIEGEN DIE RISIKEN?
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals.
Festverzinsliche Wertpapiere sind mit Zins-, Kredit-, Inflations- und Wiederanlagerisiken sowie mit dem Risiko eines möglichen Verlusts des Anlagebetrags verbunden. Wenn die Zinssätze steigen, fällt der Wert von festverzinslichen Wertpapieren.
Grüne Anleihen führen möglicherweise nicht zu direkten Umweltvorteilen und der Emittent könnte die Erlöse nicht wie beabsichtigt oder nicht für geeignete neue oder zusätzliche Projekte verwenden.
Internationale Anlagen sind mit besonderen Risiken verbunden. Hierzu gehören Währungsschwankungen sowie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, die zu erhöhter Volatilität führen können. Diese Risiken sind in Schwellenländern noch größer.
Wichtige Hinweise
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