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Vanguard-Welt-ETF für 0,07 Prozent: Reicht dieser eine ETF?

Bildquelle: ANDRANIK HAKOBYAN / Shutterstock.com

Vanguard unterbietet mit 0,07 Prozent TER die Konkurrenz. Was der neue Welt-ETF bringt – und warum ein Wechsel teuer werden kann.

Vanguard hat drei neue Aktien-ETFs an den Start gebracht – und einer davon stellt eine Frage, die viele Sparpläne betrifft: Braucht es im Depot überhaupt mehr als ein einziges Produkt? Der Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF (WKN: A42B1M, ISIN: IE000VAHT5T0) bildet den FTSE Global All Cap Index ab und ist mit laufenden Kosten von 0,07 Prozent pro Jahr der günstigste Welt-ETF, der auch kleine Unternehmen enthält.

Breiter als jeder andere Welt-ETF

Klassische Welt-ETFs auf den MSCI World, den MSCI ACWI oder den FTSE All-World decken große und mittelgroße Unternehmen ab. Small Caps fehlen allerdings. Der FTSE Global All Cap Index schließt diese Lücke: Er enthielt Ende Juli 10.127 Titel gegenüber 4.265 im FTSE All-World. Der neue ETF hält davon über 7.000 Aktien – er repliziert also nicht vollständig, sondern per Sampling.

Entscheidend für die Rendite ist aber nicht die Titelzahl, sondern das Gewicht. Und da fällt der Zuwachs deutlich kleiner aus: Die 5.862 Small Caps stellen zwar mehr als die Hälfte aller Indexmitglieder, kommen zusammen aber nur auf 8,8 Prozent des Indexgewichts. Wer von einem FTSE All-World wechselt, holt sich mehr Streuung ins Depot – aber keinen völlig anderen Markt.

Der Kostenvergleich: 0,07 gegen 0,17 Prozent

Bislang war der State Street SPDR MSCI All Country World Investable Market UCITS ETF (WKN: A1JJTD) das einzige ungefilterte Produkt dieser Art. Er kostet 0,17 Prozent im Jahr.

Vanguard FTSE Global All-CapSPDR MSCI ACWI IMI
WKNA42B1MA1JJTD
TER p. a.0,07 %0,17 %
Gehaltene Aktienüber 7.0004.967
FondsvolumenNeuauflage7,18 Mrd. Euro
Auflagedatum20.08.202613.05.2011
Tracking Differencekeine Historie–0,05 % p. a.

Zehn Basispunkte klingen nach wenig, summieren sich aber. Wer 30 Jahre lang 250 Euro monatlich anlegt und sieben Prozent Bruttorendite unterstellt, landet beim günstigeren ETF bei rund 300.800 Euro statt 295.000 Euro. Der Unterschied von knapp 5.900 Euro entspricht gut zwei Jahressparraten.

Warum die TER nicht die ganze Wahrheit ist

Diese Rechnung hat einen Haken. Was Anleger tatsächlich zahlen, zeigt nicht die TER, sondern die Tracking Difference – die Abweichung des ETF von seinem Index. Beim SPDR liegt sie bei minus 0,05 Prozent pro Jahr. Der ETF hat seinen Index also geschlagen, obwohl er offiziell 0,17 Prozent kostet. Möglich machen das Wertpapierleihe und steuerliche Optimierung.

Für den Vanguard-ETF gibt es diesen Wert noch nicht. Er ist wenige Tage alt, hat keine Kurshistorie, und wie eng er den Index nachbildet, lässt sich frühestens in einigen Monaten beurteilen. Auch Handelsspannen und Sparplan-Verfügbarkeit müssen sich erst einspielen. Der Kostenvorteil auf dem Papier ist real – ob er vollständig beim Anleger ankommt, ist offen.

In eigener Sache
Günstig in Welt-ETFs investieren

Wenn du einen Welt-ETF besparst, entscheidet auch das Depot über die Kosten. Mit finanzen.net ZERO¹, dem Broker von finanzen.net und Kostensieger der Stiftung Warentest (12/2025), kaufst und besparst du ETFs wie den Vanguard FTSE Global All Cap oder den SPDR MSCI ACWI IMI. Du hast noch kein Depot? Dann starte hier mit wenigen Klicks!

Wechseln oder halten? Die Steuer entscheidet mit

Wer bereits einen ACWI-IMI-ETF im Depot hat, sollte die Ersparnis eines neuen ETFs gegen die Steuerbelastung aus einem Verkauf rechnen. Bei 10.000 Euro Anlagesumme und sieben Prozent Bruttorendite bringen die zehn Basispunkte über zehn Jahre rund 182 Euro. Dem steht die sofort fällige Abgeltungsteuer gegenüber: Bei einem über zehn Jahre auf 19.671 Euro gewachsenen Bestand fallen nach 30 Prozent Teilfreistellung und Sparer-Pauschbetrag rund 1.522 Euro an – gut das Achtfache der Ersparnis. Dieses Geld fehlt anschließend bei der Neuanlage und arbeitet nicht mehr mit. Wie stark die vorgezogene Steuerlast den Kostenvorteil auffrisst, zeigt der Vergleich der FTSE-All-World-ETFs in unserem Ratgeber-Artikel im Detail. Wer neu anlegt oder Sparraten umleitet, umgeht das Problem.

In eigener Sache
Günstiger MSCI-World-ETF

Wusstest du schon: finanzen.net hat einen eigenen ETF auf den MSCI-World-Index herausgegeben – den finanzen.net MSCI World ETF (WKN: ETF300). Mit einer Gesamtkostenquote (engl. Total Expense Ratio, TER) von 0,12 % gehört er zu den günstigen MSCI World Portfolios. Seit Anfang September 2025 ist der ETF handelbar und konnte seither ein Fondsvolumen von rund 38 Millionen Euro aufbauen. Hol dir noch mehr Infos zum finanzen.net MSCI World ETF auf der Profilseite.

Ein Welt-ETF fürs ganze Depot?

Für den Aktienteil eines Depots deckt der Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF ab, was breiter kaum geht: Industrie- und Schwellenländer, alle Größenklassen, rund 98 Prozent der investierbaren Marktkapitalisierung. Als einziger Baustein für den Aktienanteil ist er damit eine schlüssige Wahl.

Ein komplettes Depot ist er nicht. Anleihen, Tagesgeld als Liquiditätspuffer und der eigene Anlagehorizont bleiben Fragen, die kein Aktien-ETF beantwortet. Und die US-Dominanz von über 60 Prozent bleibt auch im All-Cap-Index bestehen – kleine Unternehmen ändern an der Länderverteilung wenig.

Fazit: Der bessere Baustein, kein Grund zur Eile

Wer neu anfängt oder einen laufenden Sparplan umstellt, bekommt hier das derzeit breiteste und günstigste Produkt seiner Klasse. Wer bereits einen Welt-ETF mit Gewinn im Depot hat, sollte nicht verkaufen: Die Abgeltungsteuer fällt sofort an, die Kostenersparnis erst über Jahre. Neue Sparraten in den neuen ETF zu leiten, ist der steuerlich sauberere Weg.

Fakten in aller Kürze:

  • Der Vanguard FTSE Global All-Cap kostet 0,07 Prozent pro Jahr und ist damit der günstigste Welt-ETF inklusive Small Caps.
  • Der Index enthält 10.127 Titel, der ETF hält über 7.000 davon.
  • Small Caps machen nur 8,8 Prozent des Indexgewichts aus – der Effekt gegenüber einem FTSE All-World ist begrenzt.
  • Der SPDR MSCI ACWI IMI kostet 0,17 Prozent, hat seinen Index zuletzt aber übertroffen. Die TER allein sagt wenig über die echten Kosten.
  • Ein Wechsel mit Gewinnrealisierung lohnt sich selten – neue Sparraten umzuleiten ist meist sinnvoller.

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