Das Wichtigste in Kürze
Keine Zeit, den ganzen Artikel zu lesen? Hier sind die Kernpunkte für dich:- Stiftung Warentest hat 11/2026 insgesamt 42 Depotmodelle verglichen (Datenstand: 1. August 2026).
- finanzen.net ZERO¹ ist gemeinsam mit Smartbroker+, Tradegate.direct, Traders Place und Trading 212 Kostensieger: 0 Euro in allen vier Modelldepots.
- Sieben weitere Anbieter kommen auf höchstens 12 Euro im Jahr, darunter Trade Republic und Scalable Capital Free.
- Filialbanken sind teils deutlich teurer: Im Spitzenwert fallen 814 Euro pro Jahr an.
- Seit dem 1. Juli 2026 ist Payment for Order Flow EU-weit verboten. Die angepassten Konditionen sind im Test bereits berücksichtigt.
Was hat Stiftung Warentest bei den Depots geprüft?
Für den aktuellen Vergleich hat Finanztest 23 Direktbanken, Online- und Neobroker mit 26 Depotangeboten untersucht. Hinzu kommen acht Online-Depots bundesweiter Filialbanken sowie acht Filialdepots derselben Banken, bei denen Kundinnen und Kunden auch über die Bankberatung vor Ort ordern können. Insgesamt flossen damit 42 Depotmodelle in den Vergleich ein.
Bewertet wurden ausschließlich messbare Kosten:
- Verwahrkosten (Depotführung)
- Orderkosten für Aktien und ETFs am jeweils günstigsten Börsenplatz des Anbieters, inklusive Handelsplatzentgelten, ohne Fremdkosten
- Kosten der ETF-Sparplanausführung
Service, die Bedienung der Broker-App oder Kundenkommunikation fließen nicht in die Kostenberechnung ein. Der Test liefert also keine Gesamtnote, sondern einen reinen Kostenvergleich.
Die vier Modelldepots
Weil Banken und Broker ihre Gebühren sehr unterschiedlich gestalten, berechnet Finanztest die Jahreskosten anhand von vier typischen Anlegerprofilen:
- Kleines Depot mit Sparplan: 12.000 Euro Volumen, monatlicher ETF-Sparplan über 50 Euro, keine Verkäufe
- Kleines Depot mit einer Order: 12.000 Euro Volumen, ein ETF-Verkauf über 2.500 Euro im Jahr
- Mittleres Depot: 50.000 Euro Volumen, zwölf Transaktionen. Je drei Aktien zu 2.500 Euro und drei ETFs zu 6.000 Euro werden gekauft und verkauft.
- Großes Depot: 150.000 Euro Volumen, vier Orders. Je ein ETF zu 12.000 Euro und eine Aktie zu 6.000 Euro werden gekauft und verkauft.
finanzen.net ZERO: Erneut Kostensieger
Wie schon im Vorjahrestest (11/2025) kommt finanzen.net ZERO¹ in allen vier Modelldepots auf Jahreskosten von 0 Euro. Stiftung Warentest führt den Broker daher gemeinsam mit vier weiteren Neobrokern als Kostensieger. Im Detail weist der Test für finanzen.net ZERO¹ aus:
- keine Verwahrkosten
- 0 Euro Orderkosten. Bei einem Ordervolumen bis 500 Euro fällt 1 Euro an.
- keine Kosten für die ETF-Sparplanausführung
Hinzu kommen wie bei allen Brokern die marktüblichen Spreads, also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs.
Zum Vergleich: So setzen sich laut Stiftung Warentest die Jahreskosten im mittleren Modelldepot (50.000 Euro, zwölf Orders) beim db Privatdepot Comfort der Deutschen Bank zusammen. Bei finanzen.net ZERO fallen im selben Szenario 0 Euro an.
| Kostenposition | Berechnung | Kosten |
|---|---|---|
| Je drei Aktienkäufe und -verkäufe zu 2.500 Euro | 6 x (1 % von 2.500 Euro) | 150 Euro |
| Zuzüglich Xetra-Gebühr | 12 Euro | |
| Je drei ETF-Käufe und -Verkäufe zu 6.000 Euro | 6 x (1 % von 6.000 Euro) | 360 Euro |
| Zuzüglich Xetra-Gebühr | 12 Euro | |
| Verwahrkosten (bezogen auf das Depotvolumen von 50.000 Euro) | 0,14 % x 50.000 Euro | 70 Euro |
| Gesamtkosten pro Jahr | 604 Euro |
Quelle: Stiftung Warentest, Finanztest 11/2026; Beispielrechnung für das db Privatdepot Comfort der Deutschen Bank; Stand: 1. August 2026
Wo die Grenzen liegen
Zur Einordnung gehört auch, was der Test nicht als Stärke ausweist. finanzen.net ZERO bietet einen inländischen Handelsplatz und keinen Zugang zu Xetra. Anleihen sind im Angebot nicht enthalten. Stiftung Warentest relativiert den fehlenden Xetra-Zugang allerdings: Die Xetra-Kurse wirken sich auch auf andere Handelsplätze aus. Privatanleger können ihre Orders daher ohne Bedenken dort erteilen, wenn ihr Broker Xetra nicht anbietet. Wer aktiv handelt oder gezielt exotische Werte und Anleihen sucht, sollte laut Finanztest neben den Kosten auch das gesamte Angebot prüfen.
Wie schneiden die Mitbewerber ab?
Neobroker liegen wie im Vorjahr klar vorn. Neu im Test ist Trading 212, der auf Anhieb zu den Kostensiegern zählt. Sieben weitere Anbieter kommen in den Modelldepots auf höchstens 12 Euro im Jahr:
- Comdirect Pure (nur für Neukunden)
- Joe Broker
- Justtrade
- N26
- S Broker, der seine Kosten für Verwahrung und Orders deutlich gesenkt hat
- Scalable Capital Free
- Trade Republic
Trade Republic hat sein Handelsangebot nach dem PFOF-Verbot (s. nächsten Absatz) umgestellt. Kunden können nun aus zahlreichen Börsen weltweit wählen. Bei individueller Handelsplatzwahl verdoppeln sich laut Test allerdings die Orderkosten von 1 auf 2 Euro.
Deutlich teurer sind viele Filialbanken. Beim Klassikdepot der Commerzbank summieren sich die Kosten im mittleren Modelldepot auf 814 Euro pro Jahr. Beim Filialdepot db Privatdepot Comfort der Deutschen Bank sind es 604 Euro. Im Gegenzug bieten manche Filialbanken persönliche Beratung an.
Neu ist zudem S-Neo, das Depotangebot der Sparkassen, das seit Juli 2026 verfügbar ist. Bei sechs untersuchten großen Sparkassen kostet eine Order 0,95 bis 1,00 Euro. Die Verwahrkosten unterscheiden sich jedoch stark: Je nach Sparkasse liegen sie zwischen null und 250 Euro im Jahr. Voraussetzung ist ein Girokonto bei der jeweiligen Sparkasse.
PFOF-Verbot: Bleiben Neobroker günstig?
Seit dem 1. Juli 2026 sind Rückvergütungen von Marketmakern an Broker, das sogenannte Payment for Order Flow (PFOF), EU-weit verboten. Damit fällt für viele Neobroker eine wichtige Einnahmequelle weg. Stiftung Warentest hat die nach dem Verbot angepassten Preise bereits berücksichtigt. Das Fachmedium stellt fest, dass sich trotz des Verbots „die Zahl der günstigen Angebote vergrößert“ hat.
Lockangebote wie befristet reduzierte Ordergebühren oder Wechselprämien sind laut Finanztest kein guter Grund für einen Depotwechsel. Wenn die regulären Konditionen ohnehin passen, spricht aber nichts dagegen, sie mitzunehmen. Welches Depot zu deinem Anlageverhalten passt, zeigt dir der Online-Broker-Vergleich von finanzen.net.
Fazit: Warum Kostenoptimierung beim Depot zählt
Depotkosten schmälern die Rendite Jahr für Jahr. Die aktuelle Betrachtung der Stiftung Warentest macht das greifbar: Im mittleren Modelldepot liegen zwischen dem teuersten Angebot und den Kostensiegern 814 Euro pro Jahr. Über zehn Jahre sind das mehr als 8.000 Euro, und dabei ist die entgangene Rendite auf diesen Betrag noch nicht eingerechnet.
finanzen.net ZERO¹ kommt im Test erneut in allen vier Anlegerprofilen auf 0 Euro Gesamtkosten und gehört damit zu den fünf Kostensiegern. Für Anleger, die vor allem Aktien, ETFs und Sparpläne kostengünstig handeln wollen, ist das ein klares Ergebnis. Wer dagegen Xetra, Anleihen oder eine große Auswahl an Handelsplätzen benötigt, sollte die Angebote auch unter diesen Gesichtspunkten vergleichen.
Bei finanzen.net ZERO¹, dem Broker von finanzen.net, handelst du beim Kostensieger der Stiftung Warentest (11/2026). Starte hier mit wenigen Klicks.
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