Die Cannabis-Branche erlebt seit einigen Jahren einen echten Hype: Immer mehr Länder legalisieren Marihuana, die Anteilsscheine der Cannabis-Unternehmen legten eine regelrechte Aufwärtsrally hin. Wer 2015 beispielsweise 10.000 Euro in Aktien von Aurora Cannabis investiert hatte, durfte sich Anfang 2019 über mehr als 150.000 Euro freuen. Vivien Azer, Geschäftsführerin bei Cowen und Top-Analystin der Cannabis-Branche, bezeichnete 2018 als „monumentales Jahr für Cannabis“. Für die großen Cannabis-Unternehmen erwartete sie weiter fantastische Aussichten. Und sie lag goldrichtig mit ihrer Einschätzung: Wer bis Anfang 2021 beispielsweise in Tilray investiert war, durfte sich über einen kräftigen Kursanstieg und eine Vervielfachung seines Kapitals freuen.
Seit November 2022 sieht es in der Branche nicht mehr so fantastisch aus, viele Aktien mussten kräftige Verluste hinnehmen. Vor allem der Konkurrenzkampf wurde für einige Unternehmen zum Problem, die Branche steckt in einer Konsolidierungsphase. Erst seit Beginn 2024 ist wieder eine leichte Konsolidierung der Branche spürbar, wobei fraglich ist, ob dieser Trend anhält.
Doch das Potenzial von Cannabis-Aktien bleibt weiterhin groß: Nachdem 2017 Uruguay und einige US-Staaten Cannabis für legal erklärten, folgte 2018 Kanada. Viele europäische Länder ebnen ebenfalls den Weg zum freien Marihuana-Konsum: In Spanien beispielsweise wird der Konsum nur noch als Ordnungswidrigkeit eingestuft, in Deutschland kann Cannabis seit März 2017 an Schmerzpatienten verschrieben werden.