Der DAX 40 ist das Herzstück der deutschen Börse – aber was steckt wirklich hinter dem wichtigsten Aktienindex Deutschlands? Erfahre, welche Unternehmen dazugehören, wie sich der Index zusammensetzt und warum er für Anleger so relevant ist. Vertreten sind dabei verschiedenste Branchen – von Technologie über Chemie bis hin zu Finanzen – und bieten so einen spannenden Querschnitt durch die deutsche Wirtschaft.
Der Deutsche Aktienindex – kurz DAX – ist seit Jahrzehnten das Aushängeschild der deutschen Wirtschaft an den Finanzmärkten. Er wurde am 1. Juli 1988 von der Frankfurter Wertpapierbörse eingeführt und bildet die Entwicklung der 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands ab. Damit gilt er als das wichtigste Börsenbarometer des Landes und ist ein zentraler Referenzwert für Investoren weltweit.
Die Idee hinter dem DAX: ein verlässlicher Gradmesser für die wirtschaftliche Stärke und Stimmung in Deutschland. Ursprünglich bestand der Index aus 30 Unternehmen – erst 2021 wurde er auf 40 erweitert, um die deutsche Unternehmenslandschaft noch besser abzubilden und international konkurrenzfähiger zu werden.
In den vergangenen Jahrzehnten hat der DAX viele Höhen und Tiefen erlebt: von der Jahrtausendwende und der Dotcom-Blase über die Finanzkrise 2008 bis hin zur Corona-Pandemie und der jüngsten Energiekrise. Dabei hat er sich nicht nur als Spiegelbild der Konjunktur, sondern auch als Symbol für das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft etabliert.
Der DAX 40 setzt sich aus den 40 größten und liquidesten börsennotierten Unternehmen Deutschlands zusammen. Sie sind im sogenannten Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet und erfüllen strenge Transparenzanforderungen. Die Auswahl der DAX-Mitglieder erfolgt durch die Deutsche Börse nach klar definierten Kriterien – maßgeblich sind dabei vor allem die Marktkapitalisierung auf Basis des Streubesitzes (Free Float) und der Handelsumsatz.
Vertreten sind Unternehmen, die nicht nur national, sondern auch international eine wichtige Rolle spielen – darunter bekannte Namen wie Siemens, SAP, Allianz, Volkswagen, Mercedes-Benz, Deutsche Telekom oder BASF. Doch auch wachstumsstarke Unternehmen wie Zalando, Siemens Healthineers oder HelloFresh haben in den vergangenen Jahren den Weg in den Index gefunden – insbesondere seit der Erweiterung von 30 auf 40 Werte im Jahr 2021.
Die Branchenvielfalt im DAX 40 ist beachtlich: Von Industrie, Technologie und Chemie über Konsumgüter, Finanzen und Gesundheit bis hin zu Mobilität und Immobilien – der Index bietet einen breiten Querschnitt durch die deutsche Wirtschaft. Diese Mischung sorgt für eine gewisse Stabilität, macht den Index aber auch anfällig für globale Konjunkturtrends und branchenspezifische Schwankungen.
Für Anleger bedeutet das: Der DAX 40 bietet keine einseitige Spezialisierung, sondern ein ausgewogenes Exposure gegenüber der Gesamtwirtschaft – allerdings mit einem starken Fokus auf international agierende Großkonzerne.
Die Index-Zusammenstellung des DAX wird gleich zweimal jährlich überprüft – im März und im September. Zuvor hat der Arbeitskreis Aktienindizes den Deutschen Leitindex nur im September unter die Lupe genommen. Dabei spielt nur noch die Marktkapitalisierung der frei handelbaren Aktien eine Rolle. Bisher wurde die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz zur Entscheidung über den Verbleib im DAX herangezogen.
Anleger betrafen die neuen Regelungen vor allem dann, wenn sie in ETFs, Zertifikate oder Fonds investiert sind. Dabei handelt es sich um Aktienpakete, die entweder aktiv von einem Fondsmanager verwaltet werden oder passiv einen bestimmten Index nachbilden (ETF). Doch Anleger können beruhigt sein: Wer in so ein aktiv oder passiv gemanagtes Finanzprodukt investiert hat, musste bei der Umstellung vom DAX 30 auf den DAX 40 nichts weiter tun. Die Emittenten schichteten ihre passiven Fonds automatisch um und bildeten den Deutschen Leitindex auch mit den neuen Werten passiv nach – sobald der DAX auf 40 Unternehmen angewachsen war. Anleger mussten Ihre „alten“ DAX-ETFs also nicht verkaufen und einen „neuen“ ETF kaufen.
Interessant: Die neuen Regelungen haben den Vorteil, dass ein einzelnes Unternehmen nun weniger Gewicht auf den gesamten Index hat – und somit auch ein DAX-ETF oder Fonds weniger anfällig für Schwankungen ist, wenn nur ein Wert schwächelt.
Haben Sie mit Einzelaktien in den DAX investiert, so müssen Sie natürlich die Werte nachkaufen, die seit September 2021 neu in den DAX 40 aufgestiegen sind. Natürlich nur dann, wenn Sie den kompletten Deutschen Leitindex in Ihrem Depot selbst nachbilden möchten.
Unser Tipp: Abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Ratgeber-Newsletter
Wer keinen ETF kaufen will, kann auch mit Einzelaktien in den DAX 40 investieren – also Aktien eines einzelnen DAX-Mitglieds zum Beispiel BMW, SAP oder Bayer kaufen. Das hat den Vorteil, dass Sie sich als Anleger genau überlegen können, in welches Unternehmen Sie investieren möchten. Wenn der Wert der Aktie steigt, profitieren Sie im Vergleich zum ETF mehr von der Kurssteigerung.
Das Gleiche gilt aber auch umgekehrt: Haben Sie Ihr Geld in Einzelaktien investiert, ist das Verlustrisiko höher, da Sie im Gegensatz zu einem ETF nur auf ein Unternehmen setzen und von der Performance einer einzelnen Aktie abhängig sind. Wenn Sie also nur die Aktien eines einzelnen DAX-Mitglieds besitzen, investieren Sie nicht in den gesamten DAX 40, sondern lediglich in ein Unternehmen, das im Deutschen Aktienindex vertreten ist.
Tipp: Beim finanzen.net zero Depot1 können Sie Aktien und andere Wertpapiere ohne Ordergebühren handeln (zzgl. marktüblicher Spreads) – werfen Sie einen Blick auf den ausführlichen Online Broker-Vergleich.
Sie haben auch die Möglichkeit in den DAX 40 zu investieren, indem Sie alle Indexmitglieder in Ihr Depot mit Einzelaktien aufnehmen. Das Prinzip kommt dem eines ETFs gleich, jedoch können Sie hier selbst entscheiden, ob und wann Sie welche Aktien verkaufen. Das ist bei einem DAX-ETF nicht möglich. Sollten Sie sich dafür entscheiden, müssen Sie die Kosten im Blick behalten. Denn der Kauf von Einzelaktien kann teuer werden. Unter anderem müssen Anleger für jeden Aktienkauf Ordergebühren berappen.
Tipp: In unserem Ratgeber zum Thema Aktien kaufen zeigen wir, welche Kosten bei einem Aktien-Investment auf Anleger zukommen und was beim Kauf von Einzelaktien noch zu beachten ist.
Noch mehr Expertenwissen zu Aktien, ETFs & Co. gibt es in unseren kostenfreien Online-Seminaren. Fondsmanager, Analysten, Profi-Trader und andere Experten stehen Ihnen Rede und Antwort:
Wenn Sie in den DAX 40 investieren, aber nicht alle Aktien einzeln kaufen wollen, könnte ein aktiv gemanagter Fond, ein DAX-ETF oder auch ein DAX-CFD für Sie infrage kommen. Wir haben für Sie im Folgenden die besten Möglichkeiten aufgelistet, wie Sie in den Deutschen Leitindex investieren können:
Wer überlegt, einen DAX-ETF zu kaufen, sollte auf jeden Fall den Vanguard Germany All ETF (ISIN IE00BG143G97/WKN A2JF6S) in Betracht ziehen. Der ausschüttende ETF bildet den DAX physisch nach und ist mit einer TER von 0,10 Prozent p.a. einer der günstigstens ETFs auf den Deutschen Leitindex.
Zu den günstigsten DAX-ETFs zählt auch der Xtrackers DAX UCITS ETF 1C (ISIN LU0274211480/WKN DBX1DA). Für jährliche Gebühren in Höhe von 0,09 Prozent bekommen Sie eine vollständige physische Nachbildung des deutschen Leitindex. Der ETF der Deutsche Bank-Tochter Xtrackers reinvestiert die Erträge (thesaurierend).
Eine nachhaltige Alternative ist der 🌳iShares DAX® ESG ETF (ISIN DE000A0Q4R69 / WKN A0Q4R6). Der Fonds ist ein passiv verwalteter börsengehandelter Fonds (ETF), der darauf abzielt, die Leistung des DAX® ESG Target Index so genau wie möglich nachzubilden. Bereits mit einer besonders günstigen jährlichen Gebühr von 0,12 Prozent können Sie in das nachhaltige Familienmitglied des DAX 40 investieren.
Tipp: Wie Sie am besten in einen DAX-ETF investieren und welche Möglichkeiten es gibt, erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Thema DAX-ETF. Dort haben wir die verschiedenen ETFs, die den Deutschen Leitindex abbilden, unter die Lupe genommen und erklären Ihnen die Vor- und Nachteile eines DAX-ETFs.
Mit einem DAX-Zertifikat können Anleger ähnlich wie mit einem ETF gleichzeitig in alle DAX-Unternehmen investieren – und auch auf fallende Kurse setzen. Ein Indexzertifikat eignet sich sowohl für langfristige Anlagen, aber auch für kurzfristige Strategien, da ein Zertifikat keine Laufzeit hat. Allerdings hat der Anleger bei einem Indexzertifikat keinen Anspruch auf Dividendenausschüttung und sie müssen beim Kauf das Emittentenrisiko beachten.
Wichtig: Das Anlagekapital bei Zertifikaten stellt kein Sondervermögen dar! Bei einer Insolvenz des Emittenten, verlieren Sie also möglicherweise Ihr Geld. In unserem Ratgeber zu Indexzertifikaten erfahren Sie mehr über die Vor- und Nachteile dieser.
CFDs sind hochspekulative Finanzderivate, die zwar höhere Chancen, aber auch höhere Risiken bergen. Deshalb sollten Anleger nur in CFDs investieren, wenn Sie bereit sind dieses Risiko einzugehen und auch gleichzeitig das Prinzip hinter CFDs verstehen. Wer mit CFDs handeln will, braucht außerdem ein Depot bei einem CFD-Broker.
Unsere Empfehlung: Weitere Infos zum CFD-Handel finden Sie in unserem Ratgeber. Dort erklären wir nicht nur ganz genau, was CFDs sind, sondern geben auch Tipps zu den besten CFD-Brokern.
Im Gegensatz zu einem ETF, der passiv den DAX abbildet, wird ein Fonds von einem Manager verwaltet. Während die Kosten für einen DAX-ETF überschaubar sind, können diese bei einem Fonds schon bei 1,5 Prozent pro Jahr liegen. Diese drücken die Performance nach unten. Das bedeutet, dass der aktiv gemanagte Fonds deutlich besser sein müsste als der DAX beziehungsweise ein DAX-ETF – und das ist er langfristig in der Regel nicht. Wer also in den DAX investieren will, sollte lieber auf ETFs statt aktiv gemanagte Fonds setzen.
Viele Experten betrachteten die Veränderungen des Deutschen Leitindex positiv. „Eine Erneuerung war überfällig“, erklärte Jürgen Hackenberg, Fondsmanager bei Union Investment, im Hinblick auf den Wirecard-Skandal im Gespräch mit dem Nachrichtenportal t-online. Ein größerer DAX bedeute gleichzeitig mehr Streuung und Stabilität. Denn der Wert eines einzelnen Unternehmens könne den Deutschen Leitindex nicht mehr so leicht beeinflussen. Eine Revolution seien die neuen Regeln jedoch nicht, erklärt der Finanz-Experte weiter.
Doch bei all der positiven Resonanz gab es auch Kritik an den neuen DAX 40-Regeln: so zum Beispiel an der Verkleinerung des MDAX. Dieser enthält nun statt 60 nur noch 50 Werte und ist somit leichter anfällig für Schwankungen am Markt, weil dieser seine Top-Unternehmen an die nächsthöhere Liga abgeben muss.
Außerdem wurde auch darüber diskutiert, ob die Deutsche Börse zukünftig Unternehmen, die mindestens zehn Prozent ihres Umsatzes in der Rüstungsindustrie generieren, ganz aus den Indizes ausschließt. Diese Regelung hätte zum Beispiel hätte Airbus betroffen, da eine Tochterfirma Trägerraketen für französische Atomwaffen wartet. Der Vorschlag, diese Unternehmen zu verbannen, wurde jedoch nicht in das neue DAX-Regelwerk aufgenommen. Stattdessen will sich die Deutsche Börse mit speziellen Nachhaltigkeits-Indizen dem Thema Nachhaltigkeit widmen.
Möchten Sie in den neuen DAX 40 investieren, dann haben Sie mehrere Möglichkeiten zur Auswahl.
Sie können mit einzelnen Aktien in DAX-Mitglieder investieren, aber auch mit einen DAX-ETF, DAX-CFD oder einem DAX-Zertifikat von der Wertentwicklung des Deutschen Leitindex profitieren.
Sie können sich nicht entscheiden? In unseren Rategbern DAX-ETF, Indexzertifikate und CFD-Handel können Sie sich ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten informieren.
Haben Sie bereits in ein DAX-Unternehmen oder mit einem ETF, CFD oder Zertifikat in den ganzen Index investiert? Dann müssen Sie in der Regel nichts weiter tun. Der Emittent passt das Finanzprodukt automatisch an den DAX 40 an.
* Das bedeutet das Sternchen: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Wir wollen so möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig Vermögen aufzubauen und in Finanzfragen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Damit unsere Informationen kostenlos abrufbar sind, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet. Diese sogenannten Affiliate Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen. Geld bekommt die finanzen.net GmbH, aber nie der Autor individuell, wenn Leser auf einen solchen Link klicken oder beim Anbieter einen Vertrag abschließen. Ob die finanzen.net GmbH eine Vergütung erhält und in welcher Höhe, hat keinerlei Einfluss auf die Produktempfehlungen. Für die Ratgeber-Redaktion ist ausschließlich wichtig, ob ein Angebot gut für Anleger und Sparer ist.
🌳Das bedeutet das Bäumchen: Anlageprodukte, die im Sinne des Emittenten als nachhaltig klassifiziert werden, zeichnen wir mit einem Bäumchen-Symbol aus.
Bildquelle: StockStyle/Shutterstock.com, eamesBot/Shutterstuck.com
1Hinweis: finanzen.net zero ist ein Angebot der finanzen.net zero GmbH, einer Tochter der finanzen.net GmbH. Weitere Informationen finden Sie hier.
5Hinweis zu Plus500: Plus500CY Ltd ist zugelassen und reguliert durch CySEC (#250/14). 82% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.
6Hinweis zu eToro: Ihr Kapital unterliegt einem Risiko. Bei eToro (Europe) Ltd. handelt es sich um einen Finanzdienstleister, lizenziert (unter Lizenz #109/10) von der Cyprus Securities Exchange Commission (CySEC) und deren Regularien verpflichtet. Bei eToro (UK) Ltd handelt es sich um einen Finanzdienstleister, lizenziert (unter Lizenz FRN 583263) von der Financial Conduct Authority (FCA) und deren Regularien verpflichtet. 51% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.