Selfmade-Milliardär: Wer ist eigentlich Binance-Chef Changpeng Zhao?

18.02.2026 11:54:00

Changpeng Zhao ist Gründer der weltweit größten Kryptobörse, Binance. Im Laufe seiner Karriere wurde er jedoch einige Male vor große Hürden gestellt, darunter vor allem durch die chinesische Regierung und später durch US-Behörden, die ihn 2023 wegen Verstößen gegen Geldwäschegesetze anklagten.

• Changpeng Zhaos Interesse an der Krypto-Branche wurde im Jahr 2013 geweckt
• Binance wird in nur 180 Tagen zur größten Kryptobörse der Welt
• Rücktritt als CEO im November 2023 nach Schuldbekenntnis und Milliardenstrafe

Changpeng Zhao

Changpeng Zhao wurde laut einem Binance-Blogeintrag als Sohn von Lehrern in China geboren und lebte dort in der Provinz Anhui. Im Jahr 1989, im Alter von zwölf Jahren wanderte er jedoch nach dem Tian'anmen-Massaker mit seiner Familie nach Kanada aus. "Wir wohnten damals auf dem Campus der Universität für Wissenschaft und Technologie in Hefei, einer der vier besten Universitäten Chinas. Ich verstand zwar nicht viel von dem, was vor sich ging, aber ich hörte Gesprächsfetzen von älteren Studenten, und nach dem, was ich mir zusammengereimt hatte, hatte ich Glück, dass ich zu diesem Zeitpunkt gehen konnte", erklärte Zhao. Drei Tage verbrachten er und seine Familie in einer Schlange vor der kanadischen Botschaft, um ein Visum zu erhalten. Um seine Familie finanziell zu unterstützen, arbeitete Zhao in seinen Teenager-Jahren in Vancouver bei McDonalds. Nach seinem Informatik-Studium an der McGill University arbeitete er schließlich an Handelssoftware für die Tokioter Börse und Bloomberg. Im Jahr 2005 ging er nach Shanghai, um zusammen mit fünf anderen Expats ein IT-Start-up zu gründen.

Binance-Gründer

Sein Interesse für Kryptowährungen wurde im Jahr 2013 geweckt. Bei einem Pokerspiel erfuhr er von der digitalen Währung Bitcoin und entschloss sich, sich gänzlich der Kryptowährung zu widmen. Um Bitcoin kaufen zu können, verkaufte er im Jahr 2014 sogar seine Wohnung. Zwei Jahre vor der Gründung von Binance gründete Zhao das Unternehmen Bijie Tech, das anderen Börsen Exchange-as-a-Service-Plattformen zur Verfügung stellte. Dabei ging es vor allem um den Austausch von Kunst und Gegenständen wie Briefmarken, Baseballkarten und dergleichen. Im März 2017 beschloss die chinesische Regierung jedoch, alle Tauschbörsen dieser Art zu schließen, weshalb alle Kunden des Unternehmens ihr Geschäft aufgeben mussten. Zusammen mit dem Bijie-Team ging dann am 14. Juli 2017 schließlich Binance an den Start. Doch auch dieses Unternehmen wurde vor eine große Hürde gestellt, als die chinesische Regierung nur anderthalb Monate nach der Gründung ein Memo veröffentlichte, aus dem hervorging, dass Kryptobörsen in China nicht betrieben werden dürfen. Ganze 30 Jahre nachdem Zhao und seine Familie aus China geflohen sind, war er wieder gezwungen, das Land zu verlassen. Doch trotz der Schwierigkeiten wurde Binance innerhalb von nur 180 Tagen zur größten Kryptobörse der Welt.

Rechtliche Probleme und Neuausrichtung

Im November 2023 bekannte sich Zhao schuldig, gegen US-Geldwäschegesetze (Bank Secrecy Act) verstoßen zu haben, und trat als CEO von Binance zurück. Binance zahlte im Rahmen der Einigung mit US-Behörden eine Strafe über 4 Milliarden US-Dollar, wie das U.S. Department of Justice berichtet. Im April 2024 wurde Zhao zu vier Monaten Haftstrafe verurteilt, deutlich weniger als die von der Staatsanwaltschaft geforderten drei Jahre. Nach seiner Entlassung aus dem Bundesgefängnis in Kalifornien im September 2024 wurde er im Oktober 2025 von US-Präsident Donald Trump vollständig begnadigt. Die Begnadigung erfolgte inmitten ausgedehnter Geschäftsbeziehungen zwischen Binance und World Liberty Financial, einem Kryptowährungsunternehmen der Trump-Familie. Richard Teng übernahm im November 2023 die Position des CEO bei Binance, im Dezember 2025 wurde Yi He, Mitgründerin von Binance, zur Co-CEO ernannt. Zhao bleibt laut Bloomberg größter Anteilseigner von Binance und hat eine beratende Funktion bei Binance und Binance Labs, hat aber klargestellt, dass er nicht als CEO zurückkehren wird.

Vermögen und neue Projekte

Changpeng Zhao zählt mittlerweile zu den reichsten Menschen der Welt. Er liegt unter den Top 30 der weltweit wohlhabendsten Personen der Forbes-Liste und ist der reichste kanadische Staatsbürger. Im Jahr 2020 wurde er außerdem in die Bloomberg 50 als eine der einflussreichsten Personen des Jahres aufgenommen. Im März 2024 kündigte Zhao mit Giggle Academy ein kostenloses, gemeinnütziges Bildungsprojekt ohne Token an. Die Plattform nutzt NFT-Badges, Punktesysteme und spielerische Elemente zur Wissensvermittlung. Im Januar 2026 kündigte er auf X an, dass seine Memoiren Ende Februar erscheinen werden, ein etwa 300-seitiges Buch über seine Haftzeit und die Binance-Geschichte.

Redaktion finanzen.net

Bildquelle: Iryna Budanova / Shutterstock.com, ymcgraphic / Shutterstock.com, solvertv / Shutterstock.com

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