Standard Lithium-Aktie: Vom Technologie-Startup zum Lithium-Lieferanten für die US-Batterieindustrie
Technologie statt Bergbau
Standard Lithium setzt auf einen modernen Ansatz zur Lithiumgewinnung aus Sole. Die sogenannte LiSTR-Technologie basiert, laut dem offiziellen YouTube-Kanal von Standard Lithium, auf einem patentierten Adsorbens, das Lithium-Ionen selektiv aus der Sole filtert und innerhalb weniger Stunden hochreines Lithiumchlorid erzeugt, das direkt für die Batterieproduktion geeignet ist. Im Vergleich zu herkömmlichen Verdunstungsmethoden, die bis zu 18 Monate dauern können, ist der Prozess deutlich schneller und effizienter.
Die Sole stammt aus bestehenden Bromanlagen und wird zunächst von Feststoffen gereinigt. Anschließend durchläuft sie Reaktoren, in denen das Lithium auf das Adsorbens übertragen wird. Nach der Trennung der lithiumfreien Sole, die wieder unterirdisch injiziert wird, werden die lithiumbeladenen Feststoffe gewaschen und mit verdünnter Salzsäure behandelt, um konzentriertes Lithiumchlorid zu gewinnen. Abschließend sorgt eine Politur durch Ionenaustausch für ein hochreines Endprodukt.
Ein zentrales Merkmal der Technologie ist die Nachhaltigkeit: Wasser wird während des gesamten Prozesses zurückgewonnen und wiederverwendet, Abfall minimiert. Durch kontinuierliche Adsorption, Wasch-, Stripp- und Polierschritte ersetzt die Anlage langwierige Verdunstungsbecken und bietet so eine schnelle, industrielle und umweltfreundliche Lösung für die Lithiumgewinnung.
Vom Proof-of-Concept zur Serienproduktion
Die entscheidenden Weichen für Standard Lithium wurden 2018 gestellt, als das Unternehmen ein Memorandum of Understanding mit LANXESS unterzeichnete. Mit der Vereinbarung sollten, wie Fastmarkets berichtet, bestehende Lithiumrechte und Infrastrukturen gebündelt werden, um kommerzielle Möglichkeiten für die Herstellung von Batterie-Lithium aus der Smackover Formation zu erschließen.
In den folgenden Jahren nahm die erste Demonstrationsanlage in El Dorado den Betrieb auf. Sie wurde 2020 in Betrieb genommen und lieferte, wie Standard Lithium in einer Pressemitteilung erklärte, den wichtigen Nachweis, dass die Lithiumgewinnung aus der lokalen Brine auch im industriellen Maßstab zuverlässig funktioniert. Damit wurde der Grundstein für die spätere kommerzielle Produktion gelegt.
Ein weiterer Meilenstein folgte 2024, als Equinor eine Vereinbarung mit Standard Lithium abschloss, um 45 Prozent an zwei Lithiumprojekten in Südwest-Arkansas und Ost-Texas zu übernehmen, wie Equinor im Mai 2024 in einer Pressemitteilung berichtete.
Standard Lithium und Equinor erhielten im Januar 2025 einen Zuschuss von 225 Millionen US-Dollar vom US-Energieministerium für ihr Lithiumprojekt in Südwest-Arkansas, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Die Mittel sollen die erste Bauphase einer direkten Lithiumgewinnung finanzieren, die effizienter und umweltschonender als herkömmliche Methoden arbeitet.
Im September 2025 rundete die Veröffentlichung der definitiven Machbarkeitsstudie, wie GlobeNewswire berichtete, den bisherigen Fortschritt ab. Sie bestätigte eine Produktionskapazität des Projekts Smackover Lithium von 22.500 Tonnen Lithiumkarbonat pro Jahr.
Standard Lithium auf Wachstumskurs
Die Entwicklung von Standard Lithium zeigt klar nach oben: Mit innovativer Technologie, strategischen Partnerschaften und staatlicher Förderung hat sich das Unternehmen innerhalb weniger Jahre vom Startup zum ernstzunehmenden Akteur auf dem US-Lithiummarkt entwickelt. Die Kooperation mit Energieriesen wie Equinor und die Zuschüsse des US-Energieministeriums unterstreichen die positive Entwicklung.
Redaktion finanzen.net
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